Der Fundort der Fliegerbombe auf einer Baustelle in Frankfurt

Im Frankfurter Osten ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. 1.200 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung dauerte länger als geplant, dafür ging die Entschärfung schneller.

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HSK-19.09
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Gegen 22.30 Uhr am Donnerstagabend war die Bombe im Frankfurter Osten entschärft, wie ein Feuerwehrsprecher dem hr sagte. Die Entschärfung sei problemlos verlaufen und schneller gegangen als gedacht - anvisiert war ursprünglich 23 Uhr.

Dafür kam es bei den Vorbereitungen zu leichten Verzögerungen. Die Evakuierung der Umgebung von 500 Metern um die Fundstelle war erst eine gute halbe Stunde später abgeschlossen als geplant. Damit konnte die Entschärfung erst gegen 21.40 Uhr beginnen.

1.200 Menschen mussten Häuser verlassen

Betroffen von den Evakuierungen waren laut den Behörden rund 1.200 Anwohner. Die Polizei kontrollierte ab 18 Uhr das Gebiet und setzte auch einen Hubschrauber ein.

GESCHAFFT! Die #Weltkriegsbombe im #Riederwald wurde vom #Kampfmittelräumdienst erfolgreich entschärft. Das Sperrgebiet ist wieder freigegeben. ^aw

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Die 50-Kilo-Fliegerbombe lag nahe der Hanauer Landstraße - zwischen zwei Gewerbegebieten, Bahnschienen und Kleingärten. Bei der Entschärfung sollte eine sogenannte Raketenklemme zum Einsatz kommen, die aus der Ferne betätigt wird, wie René Bennert vom Kampfmittelräumdienst dem hr sagte.

Die Bombe war bei Bauarbeiten auf einem Grundstück nahe der Lahmeyerbrücke gefunden worden, wie das Ordnungsamt und die Feuerwehr Frankfurt am Mittwochabend mitteilten. Die Fußgängerbrücke über Bahngleise befindet sich zwischen den Frankfurter Stadtteilen Riederwald und Fechenheim.

Straßenbahnen fuhren nicht, Autobahnabfahrt war gesperrt

Nach der Entschärfung konnte auch der Verkehr wieder freigegeben werden. Von den Sperrungen waren die Straßenbahnen der Linien 11 und 12 betroffen, die ab 19 Uhr nicht mehr fuhren. Ebenfalls gesperrt wurden unter anderem die Hanauer Landstraße und die Abfahrt Frankfurt-Ost der Autobahn 661. Auch am Ostbahnhof wurde der Betrieb eingestellt.

Immer wieder Bombenfunde

Erst im Juli war im Frankfurter Ostend eine 500-Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und entschärft worden. Rund 16.500 Menschen mussten dafür ihre Wohnungen vorübergehend verlassen. Im September 2017 war nach dem Fund einer tonnenschweren Bombe die größte Evakuierungsaktion in Frankfurt nach dem Krieg gestartet worden. Mehr als 60.000 Menschen waren betroffen. Auch der Hessische Rundfunk im Dornbusch wurde damals geräumt.

Sendung: hessenschau-kompakt, 19.09.2019, 16.45 Uhr