Wegen Mordes an seiner früheren Lebensgefährtin muss ein 35-Jähriger aus Pfungstadt lebenslang hinter Gitter. Er hatte die Ärztin mit 18 Messerstichen getötet. Mildernde Umstände sah das Gericht keine.

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Spurensicherung am Tatort in Frankfurt-Bockenheim
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Es war heimtückischer Mord, daran hatte das Frankfurter Landgericht keinen Zweifel. Weil er seine frühere Lebensgefährtin mit 18 Messerstichen gezielt tötete, verurteilte die Schwurgerichtskammer am Donnerstag einen 35 Jahre alten Mann aus Pfungstadt (Darmstadt-Dieburg) zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Richter: "Das Opfer hatte keine Chance"

Der Angeklagte hatte die drei Jahre jüngere Ärztin im Februar vor ihrem Wohnhaus in Frankfurt getötet, wohl weil er die Trennung nicht akzeptieren wollte. Er soll vor der Tat noch versucht haben, mit seiner Ex-Freundin über die Beziehung zu reden - ohne Erfolg.

Bei seinem Angriff habe er gezielt die Aorta treffen wollen, sagte der Vorsitzende Richter. "Das Opfer hatte keine Chance." Vor Gericht sprach der Verurteilte von einer Verzweiflungstat. Das sah das Gericht anders. Die Tat sei im Zusammenhang mit der narzisstischen Persönlichkeit des Angeklagten zu sehen.

Arsenal an Küchenmessern dabei

Es war nicht das erste Mal, dass der Beschuldigte der Frau gegenüber gewalttätig geworden war. Bereits in der Vergangenheit hatte es einen Übergriff gegeben. Doch die Frau habe nicht ahnen können, dass ihr Ex-Freund sich am Tattag mit einem Arsenal an Küchenmessern bewaffnen würde, sagte der Richter.

Ein Affekt schied nach Ansicht des Gerichts wegen der langen Vorbereitungsphase der Tat aus. So sei der Mann aus Südhessen nach Frankfurt angereist. Auch auf eine eingeschränkte Schuldfähigkeit konnte sich der Angeklagte nicht berufen. Ein Gutachter hatte ihm zwar "depressive Phasen" bescheinigt. Diese seien aber ohne Krankheitswert gewesen.

Keine besondere Schwere der Schuld

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Anwälte der Eltern der Getöteten hatten in der Nebenklage außerdem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Das Gericht sah aber kein dafür notwendiges zweites Mordmerkmal.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Sendung: hr-iNFO, 19.12.2019, 19.00 Uhr