Wasserbecken in Liederbach, Glasaale
Wasserbecken in Liederbach, Glasaale Bild © Zollfahdnungsamt Frankfurt, dpa

Zollfahnder haben einen Umschlagplatz für den internationalen Schmuggel mit geschützten Glasaalen ausgehoben. In einem geschlossenen China-Restaurant in Liederbach entdeckten sie 210.000 Tiere.

Zollfahndern ist es gelungen, Glasaal-Schmuggler zu enttarnen. In Liederbach am Taunus (Main-Taunus) entdeckten die Beamten in einem ehemaligen Restaurant vier größere Wasserbecken und Verpackungsmaterial für den Lebendtransport der Tiere, wie das Zollfahndungsamt Frankfurt und die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten. Außerdem stellten die Beamten 50.000 Euro in bar sicher.

Die Fahnder entdeckten in einem der Becken 210.000 lebende Glasaale. Sie wurden im Rhein bei Heidesheim nahe Mainz ausgewildert. Neben den lebenden Baby-Aalen wurden in einer Styroporkiste tausende verendete Glasaale gefunden. Drei Männer im Alter von 27, 28 und 37 Jahren wurden festgenommen und befinden sich in Untersuchungshaft. Sie stammen aus Malaysia und China.

"Bedeutender Erfolg im Kampf gegen den internationalen Glasaal-Handel"

Begonnen hatten die Ermittlungen mit der ersten Sicherstellung von geschmuggelten Glasaalen am Frankfurter Flughafen Ende November sowie einem weiteren Fund von rund 100.000 Baby-Aalen Mitte Dezember. Die Tiere waren zum Beispiel in Tüten mit Wasser verpackt in Koffern unterwegs nach Vietnam. Die vorangegangenen Ermittlungen hätten zu dem seit 2015 geschlossenen China-Restaurant in Liederbach geführt, teilten die Fahnder mit. Am vergangenen Samstag wurden die Räume durchsucht.

"Mit der Zerschlagung dieser Tierschmugglerbande ist uns ein bedeutender Erfolg im Kampf gegen den internationalen illegalen Handel von Glasaalen gelungen", sagte Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts Frankfurt. Die ausgewilderten Aale "bereichern nun unsere heimischen Gewässer".

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Glasaale

Glasaale sind junge, noch fast durchsichtige Aale. Weil sie in Asien als Delikatesse gelten und man ihnen zudem potenzsteigernde Wirkung nachsagt, werden sie dort mit ähnlich hohen Gewinnmargen wie bei Drogen gehandelt. Während 1.000 Aale in Europa einen Wert von einigen Hundert Euro haben, liegt er in Asien bei mehreren Tausend Euro. Glasaale stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten und dürfen ohne Genehmigung nicht exportiert werden.

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Sendung: maintower, 5.02.2019, 18.00 Uhr