Gießen Bomben

Eine 250-Kilo-Fliegerbombe ist in Gießen kontrolIiert gesprengt worden. Der Knall war weithin zu hören. Eine zweite Bombe wurde erfolgreich entschärft. Tausende Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

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In Gießen sind am späten Montagabend zwei Weltkriegsbomben unschädlich gemacht worden, die am Nachmittag bei Bauarbeiten im Osten der Stadt gefunden worden waren. Eine amerikanische 50-Kilo-Fliegerbombe wurde zuerst erfolgreich entschärft. Dann musste der Kampfmittelräumdienst die zweite, 250 Kilo schwere deutsche Bombe sprengen. Gegen 23.15 gab es einen lauten Knall.

Kurz darauf gab die Stadt bekannt, dass die zweite Bombe wie geplant kontrolliert gesprengt wurde. Eine Entschärfung der 250-Kilo-Bombe war nach Polizeiangaben wegen der starken Deformation nicht möglich. Auf Twitter berichteten Nutzer am Abend, dass der Knall über das Stadtgebiet hinaus deutlich zu hören war. Die Sperung der A485 im Bereich der Sperrzone wurde kurz darauf aufgehoben, die Menschen konnten in ihre Häuser zurückkehren.

2.500 Menschen mussten Wohnungen verlassen

Rund 2.500 Menschen hatten am Nachmittag ihre Häuser verlassen müssen. Um kurz nach 22 Uhr war die Evakuierung der Schutzzone abgeschlossen. Die Evakuierung betraf auch die Erstaufahmeeinrichtung für Flüchtlinge, wo 800 Menschen leben. Die Stadt Gießen hatte zudem die Bewohner aufgefordert, ihre Autos zu entfernen. Bei einer solchen Sprengung kann es zu Beschädigungen durch Splitter kommen.

Bombe Gießen

Über dem Fundort der 250- Kilo-Bombe lagen Wassersäcke, die die gewaltige Sprengkraft abfedern und Splitteflug vermeiden sollten. "Es wird knallen (gehört zum Plan)", twitterte die Polizei vor der Sprengung. Zum Vergleich: Die Weltkriegsbombe, die im April im Frankfurter Main spektakulär gesprengt wurde und eine 30 Meter hohe Wasserfontäne erzeugte, war ebenfalls 250 Kilo schwer.

300 Einsatzkräfte vor Ort

Gefunden wurden die Bomben laut Stadt auf einem ehemaligen US-Depot bei Bauarbeiten. Insgesamt waren rund 300 Einsatzkräfte vor Ort. Polizeihubschrauber kontrollierten das Areal.

Die Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule stand als Notunterkunft für Anwohner bereit. Ein Stadtbus ist für den Transport der Anwohner im Einsatz. Auf der Internetseite der Stadt finden sich Informationen zur Evakuierung wie eine Adressliste der betroffenen Häuser.

Nicht der erste Bombenfund

Auf dem Gelände waren schon in der Vergangenheit häufiger Weltkriegsbomben gefunden worden, zuletzt Anfang April. Damals mussten 500 Anwohner die Zone verlassen. Das Gebiet war zur Zeit des Nationalsozialismus ein Flugplatz. Dass dort eine deutsche Bombe gefunden wurde, hänge möglicherweise damit zusammen, dass diese beim Vormarsch der Allierten im Kampf um das Gebiet abgeworfen wurde, sagte eine Sprecherin der Stadt.

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