Aus dem Norden fliegen die Kraniche derzeit vorzugsweise über Flusstäler Ober-, Ost- und Mittelhessens ins Warme. Der Naturschutzbund ruft dazu auf, in den Himmel zu schauen und Beobachtungen zu melden - aber auch, Rücksicht zu nehmen.

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Audioseite Feiner Kranich-Zug über Hessen

Kraniche am Himmel
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Viele begeistert ihr Anblick, manch einen inspiriert er gar zu Erfolgs-Alben. Den Musiker Bosse zum Beispiel, der da sang: "Ein feiner Zug in Richtung Dünen, die Kraniche auf den gepflügten Feldern" - und 2013 mit "Kraniche" und dem gleichnamigen Lied sein bis dato erfolgreichstes Album produzierte. "Ende September, jedes Jahr wieder", sang Bosse, "und ich am Gucken, als wenn's das erste Mal wär."

Bis zu 250.000 Zugvögel über Hessen

Es sieht ja auch jedes Mal aufs Neue beeindruckend aus, wenn die bis zu 1,30 Meter großen Vögel mit ihren eckig wirkenden Flügeln hoch am Himmel in V-Formationen von 60 bis 200 Tieren in ihre Winterquartiere umziehen. "Am Wochenende sind bei sonnigem Wetter mit Ostwind bereits über 50.000 Kraniche nach Süden geflogen", sagte Gerhard Eppler, der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen, am Montag.

Der Nabu erwartet, dass in diesem Herbst insgesamt bis zu 250.000 Zugvögel auf ihrer Reise nach Südwesteuropa Hessen überfliegen. Es liegt auf einer Hauptflugroute der Kraniche aus ihrer Heimat Skandinavien und Osteuropa in die spanische Extremadura. "Schwerpunkte des hessischen Durchzuges sind die Flusstäler Ober-, Ost- und Mittelhessens, wo einige Tiere bei schlechten Flugbedingungen auch Rastgebiete aufsuchen", teilte der Nabu weiter mit.

Rücksicht nehmen, Abstand halten

Beim Weiterflug mit 50 bis 70 Stundenkilometern erreichen die Zugvögel die Auen von Main und Rhein und fliegen schließlich über Frankreich weiter nach Südwesten. In ihren Rastgebieten sollte man Rücksicht auf die Vögel nehmen und einen Abstand von mindestens 300 Metern einhalten. "Sie brauchen Ruhe und die Gelegenheit, etwas zu fressen und wieder Kräfte zu sammeln", sagte Eppler.

Der Nabu ruft dazu auf, Kranichbeobachtungen online auf der Internetseite zu melden. Das helfe, eine bessere Übersicht über den Zug der Tiere und Hinweise auf veränderte Flugrouten zu erhalten. Auf der Homepage lassen sich auch alle anderen bisherigen Kranich-Beobachtungen aus Hessen und anderen Bundesländern anschauen - feine Züge in Richtung Dünen, während man selbst im hessischen Herbst sitzt.

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