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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found 26 Wolf-Nachweise in diesem Jahr

Wolf im Vogelsberg, aufgenommen im August 2019 mit einer Fotofalle

In Hessen sind dieses Jahr deutlich mehr Wölfe nachgewiesen worden. Die Behörden sprechen von bisher 26 Fällen. Das sind fünfmal mehr als in den beiden vergangenen Jahren zusammen.

Die Zahl der Nachweise und Spuren von Wölfen in Hessen ist in diesem Jahr sprunghaft gestiegen. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) listet für 2019 bislang 26 Fälle auf. Im Vorjahr hatte es keinen einzigen Nachweis gegeben, 2017 waren es fünf.

"Dieses Jahr ist es viel", sagte die Wolfsexpertin Susanne Jokisch der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings bedeute dies nicht, dass 26 verschiedene Wölfe in Hessen unterwegs sind oder waren. Allein knapp zehn Nachweise ließen sich einer bestimmten Wölfin im Vogelsberg zuordnen.

Viele Sichtungen sind kein Nachweis

Sechs verschiedene Wölfe seien 2019 bisher sicher genetisch identifiziert worden, so Jokisch. "Darunter ein Rüde, der jedoch inzwischen weitergezogen ist." Von den übrigen fünf Wölfinnen seien zwei überfahren worden, eine davon Ende September im Spessart. "Bei drei Fähen gehen wir davon aus, dass sie noch da sind."

Weitere Informationen

Informationen und Nachweise von Wölfen beim Landesamt HLNUG

Ende der weiteren Informationen

Jokisch betonte den Unterschied zwischen Sichtung und Nachweis. "Sichtungen haben wir etwa hundert pro Jahr", sagte sie dem hr. "Häufig sind dies aber Verwechselungen mit wolfsähnlichen Hunden oder großen Füchsen."

Bilder und DNA-Spuren als Nachweise

Die Wolfsnachweise beruhen auf unterschiedlichen Quellen. Zum Teil liegen sehr gute Fotos oder Videos vor, so dass Fachleute die Art eindeutig bestimmen können. Allerdings ist meist nur dann eine Individualisierung möglich, wenn das Tier genetische Spuren hinterlassen hat.

Ein Wolf läuft durch den Wald bei Stumpertenrod (Vogelsberg), aufgenommen mit einer Fotofalle.

Bilder wurden unter anderem in Waldkappel-Schemmern und Sontra-Ulfen (beide Werra-Meißner) gemacht. Teilweise würden gezielt Fotofallen aufgestellt, wie etwa im Vogelsberg, nachdem Jäger mehrmals Sichtungen gemeldet hätten.

Auch an gerissenen Beutetieren konnte Wolfs-DNA gesichert werden, etwa bei einem Reh im Kreis Hersfeld-Rotenburg und bei einem Kalb im Vogelsbergkreis. Auch im Kot von Wölfen finden sich DNA-Spuren.

Wird ein individuell bekannter Wolf über einen Zeitraum von sechs Monaten mehrmals in einer Region sicher nachgewiesen, dann gilt er als sesshaft. Einen Wolf mit eigenem Territorium in Hessen gab es zuletzt im nordhessischen Reinhardswald 2008 bis 2011. Dann wurde der Rüde tot gefunden.

Sendung: hr1, 24.10.2019, 17.00 Uhr