Ein 28-Jähriger hat in Bad Hersfeld mit einer Gasdruckwaffe aus nächster Nähe auf einen 18-jährigen Mann aus Somalia geschossen. Der Vorfall sorgte für Chaos am Bahnhof.

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Bahnhofsgebäude in Bad Hersfeld
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Zwischenfall im Bahnhof von Bad Hersfeld auf Gleis 2: Ein 28-Jähriger schießt mit einer Gasdruckwaffe auf einen Somalier. Umstehende Bahn-Reisende geraten in Panik, rennen über die Gleise und bringen sich dabei in Gefahr.

Der mutmaßliche Täter habe am Freitagabend etwa zwei Meter vor dem Mann aus Somalia gestanden und zwei bis drei Mal auf ihn geschossen, sagte eine Polizeisprecherin am Montag dem hr. Der 18-Jährige blieb bei der Attacke unverletzt.

Mann wohl unter Drogeneinfluss

Zwei zufällig in zivil anwesende Polizeibeamte konnten den 28 Jahre alten Deutschen festnehmen. Nach ersten Erkenntnissen stand er unter Einfluss von Kokain und Alkohol. Er ist als Gewalttäter und wegen Drogenkonsums bekannt, wie die Polizeisprecherin berichtete. Gegen den mutmaßlichen Täter wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Ein rassistischer Hintergrund, den die Polizei am Sonntag laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) als mögliches Motiv nicht ausschloss, liegt laut Angaben vom Montag nicht vor.

Keine Videoüberwachung am Bahnhof

Der laute Knall aus der Gasdruckwaffe löste bei umstehenden Reisenden Panik aus. "Die Leute sind teilweise über die Gleise geflohen", sagte die Polizeisprecherin. Das verströmte Gas löse einen derart lauten Knall aus, dass man erst einmal mit dem Schlimmsten rechnen müsse.  

Eine Videoüberwachung gibt es am Bahnhof in Bad Hersfeld nicht. Die Stadt überlegt bereits seit einiger Zeit, die Anlage von Videokameras überwachen zu lassen. Der Datenschutzbeauftragte des Landes habe aber noch nicht zugestimmt.

Sendung: hr4, 7.10.2019, 12.30 Uhr