Drohne nähert sich Flugzeug
Drohnenflüge über ein Flughafengelände sind verboten. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Am Frankfurter Flughafen haben sich 2018 die Störungen durch Drohnen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das Problem: Für die Flugsicherung sind die Drohnen unsichtbar. Das soll sich ändern.

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) in Langen registrierte im vergangenen Jahr am Frankfurter Flughafen 31 Behinderungen des regulären Luftverkehrs durch Drohnen, wie die Behörde mitteilte. Das waren mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Im Jahr 2017 waren 15 Fälle registriert worden. Damit liegt Frankfurt bundesweit im Störungs-Ranking weit vorne, gefolgt von Berlin-Tegel (17), München (14) und Hamburg (12).

Bundesweit registrierte die DFS im vergangenen Jahr 158 Behinderungen durch Drohnen. Eine deutliche Steigerung zum Vorjahr. Im Jahr 2017 waren es 88 Fälle.

Flugsicherung: "Kein Kavaliersdelikt"

Drohnen stellten ein großes Sicherheitsrisiko dar. Stoßen sie mit einem Flugzeug zusammen, können sie die Außenhülle oder die Triebwerke des Flugzeugs beschädigt. Das Hauptproblem für die Flugsicherung: Drohen sind für den Radar nicht sichtbar, wie DFS-Sprecherin Ute Otterbein erklärt.

Die Zahlen basieren somit auf Meldungen von Piloten, die eine Drohnensichtung an die Fluglotsen melden. Die Lotsen warnen die anderen Piloten und auch die Polizei wird informiert, "denn ein Drohenflug über ein Flughafengelände ist kein Kavaliersdelikt sondern als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr ein Straftatbestand", betont die DFS-Sprecherin.

Verboten sind Drohnen auf dem gesamten Flughafenareal sowie einem Radius von 1,5 Kilometern rund um den Flughafenzaun.

Drohnen legten Flugverkehr in Gatwick lahm

Erst Mitte Dezember legten Drohnen den Flugverkehr am Flughafen Gatwick in London für mehrere Tage lahm. Anfang Januar stand der Luftverkehr in London-Heathrow wegen einer Drohnensichtung für mehrere Stunden still.

In Frankfurt gab es noch keinen größeren Zwischenfall durch Drohnen, so die DFS-Sprecherin Otterbein. Im vergangenen Sommer allerdings waren nach Sichtung einer Drohne für einige Minuten Starts und Landungen blockiert. Bei einer Drohnensichtung werde jeweils im Einzelfall entschieden, ob Starts oder Landungen blockiert werden. Drohnenpiloten können sich mit einer von der DFS entwickelten App informieren, ob sie über ein erlaubtes oder verbotenes Areal fliegen - um Flughäfen sollte aber jeder Drohnenpilot einen großen Bogen machen.

Zusätzlich arbeitet die DFS seit 2016 an einem System, mit dem Drohnen geortet und überwacht werden sollen. Das ist Voraussetzung für die Aufnahme der Fluggeräte in die Luftraumordnung. Für die Ortung sollen Handy-Chips in die Drohnen eingebaut werden. Erste Feldversuche seien erfolgreich verlaufen, erklärte die Deutsche Flugsicherung.

Sendung: hr-iNFO, 21.1.2019, 12 Uhr