In einem Mordfall ohne Leiche hat die Polizei einen Mann festgenommen. Er soll vor vier Jahren einen Bekannten erschossen haben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Festnahme in Mordfall ohne Leiche

Eilt - Polizeiabsperrung, Absperrband
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Ein 40 Jahre alter Mann aus dem Main-Taunus-Kreis ist am Montag festgenommen und einer Haftrichterin vorgeführt worden. Gegen ihn besteht der dringende Tatverdacht des heimtückischen Mordes, wie die Staatsanwaltschaft Gießen und die Polizei mitteilten. Der Beschuldigte befinde sich in einer Justizvollzugsanstalt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 40-Jährige am 17. November 2016 den seit jenem Tag vermissten Daniel Matysik aus Hanau in Hungen (Gießen) erschossen hat. Den Leichnam fand die Polizei bislang jedoch nicht.

Vermisstenfall wird zum Mordfall

Daniel Matysik

Hinweise, die den Vermisstenfall zu einem mutmaßlichen Mordfall werden ließen, gab es Mitte Mai. Ein 43-Jähriger hatte sich bei der Polizei in Hanau gemeldet und ausgesagt, der damals 39 Jahre alte Matysik sei auf einem Anwesen in Hungen getötet worden. Daraufhin durchsuchten die Ermittler die Wohnung des Hinweisgebers im Main-Kinzig-Kreis, die des nun festgenommenen Tatverdächtigen und den angegebenen Tatort. Dabei stellten sie Kleidungsstücke und diverse Speichermedien sicher.

Die Auswertung der Speichermedien habe einige Zeit in Anspruch genommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag zu der Frage, warum der 40-Jährige erst jetzt festgenommen wurde. Angaben zu den gespeicherten Dateien machte er nicht.

Die drei Männer kannten sich, so viel immerhin sagte der Sprecher. Details nannte er auch dazu keine. Weitere Auskünfte zu möglichen Hintergründen der Tat und zu den Beteiligten erteilte er mit Blick auf die laufende Ermittlung nicht. Die Rolle des Hinweisgebers sei noch nicht abschließend geklärt, sagte der Sprecher weiter. Er werde ebenfalls als Beschuldigter geführt.

Sendung: hr-iNFO, 14.09.2020, 16 Uhr