Ein 46-Jähriger aus Egelsbach steht im Verdacht, 10.000 Euro Corona-Soforthilfe ergaunert zu haben. Es blieb nicht beim einmaligen Versuch.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mutmaßlicher Corona-Betrüger festgenommen

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Wegen Betrugsverdachts mit Anträgen auf Zahlung von Corona-Soforthilfen ist am Dienstag in Egelsbach (Offenbach) ein 46 Jahre alter Mann festgenommen worden. Wegen Fluchtgefahr liegt ein Haftbefehl des Amtsgerichts Frankfurt vor, wie das Landeskriminalamt (LKA) mitteilte. Polizeibeamte durchsuchten an sechs Orten im Rhein-Main-Gebiet insgesamt sieben Objekte, darunter die Wohn- und Geschäftsräume des 46-Jährigen und eines weiteren, 44 Jahre alten Beschuldigten.

Kreditinstitut sperrte Konto

In den Räumen der Beschuldigten fanden die Beamten "umfangreiches Beweismaterial" sowie 3.000 Euro Bargeld. Die Männer stehen im Verdacht, von April bis Mai insgesamt fünf Anträge auf Auszahlung von Soforthilfen über das Onlineportal des Regierungspräsidiums Kassel gestellt zu haben.

In einem Fall konnten die Männer 10.000 Euro erlangen. In einem zweiten Fall sperrte das Kreditinstitut das Bankkonto, auf das die Soforthilfe in Höhe von 10.000 Euro zunächst ausgezahlt worden war. In drei weiteren Fällen kam es zu keiner Auszahlung.

Falsche Dokumente, extra eingerichtete Gesellschaften

Der 46-Jährige soll in vier Fällen mit gefälschten Personaldokumenten seine Identität verschleiert haben. Nach Angaben der Ermittler hatte der Mann angegeben, mehrere Handelsunternehmen mit Konsumgütern, Textilien und Software zu betreiben und pandemiebedingt wirtschaftliche Ausfälle verkraften zu müssen. Bei den Unternehmen soll es sich um zuvor vom Beschuldigten eingerichtete Gesellschaften gehandelt haben.

Weitere Informationen

1.200 Verdachtsfälle

Den Behörden sind in Hessen rund 1.200 Verdachtsfälle bekannt, bei denen möglicherweise versucht worden ist, mit falschen Angaben staatliche Corona-Hilfen zu kassieren. Das ist knapp jeder hundertste der rund 135.000 gestellten Anträge. Verbindungen zur organisierten Kriminalität habe man bislang nicht festgestellt, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Sie koordiniert seit Anfang Mai die Ermittlungen zu diesem Komplex.

Ende der weiteren Informationen

Der 44-Jährige soll dem Hauptbeschuldigten Bankverbindungen und zuvor gefälschte Dokumente zur Antragsbegründung zur Verfügung gestellt haben. Außerdem soll auch er in einem Fall mit falscher Identität und unter Vortäuschung einer wirtschaftlichen Betätigung die Auszahlung einer Soforthilfe beantragt haben.

Sendung: YOUFM, 29.092020, 14 Uhr