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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Geldstrafe nach Waffenkauf bei Lübcke-Mörder Ernst

Revolver

Der verurteilte Lübcke-Mörder Stephan Ernst handelte auch mit Waffen. Einer seiner Kunden wurde jetzt wegen unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Geldstrafe verurteilt.

Weil er dem späteren Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, Stephan Ernst, 2016 eine Waffe und Munition abkaufte, ist ein 48-Jähriger aus dem Werra-Meißner-Kreis am Dienstag vom Amtsgericht Eschwege zu einer Geldstrafe von 4.500 Euro verurteilt worden - wegen unerlaubten Waffen- und Munitionsbesitzes. Der Arbeitskollege von Ernst hatte den Kauf zugegeben.

Ernst handelte mit Waffen

Der Rechtsextremist Ernst hatte bei seinem ersten Geständnis im Juni 2019 vor dem Oberlandesgericht Frankfurt auch über seine Tätigkeit als Waffenhändler ausgesagt und damals den Waffenverkauf an den 48-Jährigen sowie dessen mutmaßliche rechtsextremistische Gesinnung erwähnt. Ernst gab an, der heute 48-Jährige habe ihn in seiner Ablehnung gegen das spätere Mordopfer Lübcke bestärkt. Der Anwalt des Beschuldigten bestritt, dass sein Mandant eine rechtsextreme Gesinnung habe und sprach von "übler Diffamierung".

Ernst soll auch einem weiteren Arbeitskollegen aus Fuldabrück im Kreis Kassel mehrere Waffen verkauft haben. Gegen ihn erhob die Staatsanwaltschaft Kassel im September 2020 Anklage wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Der 50-Jährige steht außerdem unter Terrorverdacht. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Ernst war wegen des Mordes an Lübcke Ende Januar vom Oberlandesgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Gegen das Urteil ist noch eine Revision anhängig. Lübcke, der sich für die Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen hatte, war am 1. Juni 2019 auf der Terrasse seines Hauses in Wolfhagen-Istha (Kassel) erschossen worden. Die Tat gilt als erster rechtsextremistischer Mord an einem Politiker in der Bundesrepublik.

Sendung: hr-iNFO, 11.05.2021, 19.30 Uhr