Zwei Zollbeamte tragen Kisten aus einer Wohnung.

Mehr als 500 Beamte haben am Dienstag 39 Objekte im Rhein-Main-Gebiet durchsucht. Eine Reinigungsfirma aus Frankfurt soll Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben. Sieben Menschen wurden festgenommen.

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hs
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Mehr als 500 Beamte von Steuerfahndung, Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaft waren am Dienstag seit dem Morgen bei einer Großrazzia im Rhein-Main-Gebiet im Einsatz. Es ging um Schwarzarbeit in einem Frankfurter Putzunternehmen sowie Scheinfirmen, wie das Hauptzollamt Gießen berichtete.

Bei der unter dem Decknamen "Lackschuh" geführten Maßnahme wurde den Ermittlern zufolge ein illegales Netzwerk von Reinigungs- und Scheinfirmen zerschlagen, wobei sieben Beschuldigte festgenommen wurden.

Womöglich fünf Millionen Euro Schaden

Die Maßnahmen richteten sich laut Hauptzollamt Gießen im Wesentlichen gegen zwölf Beschuldigte. Vier der Beschuldigten wird vorgeworfen, sich bandenmäßig zusammengeschlossen zu haben, um Sozialabgaben und Steuern in großem Umfang und auf Dauer vorzuenthalten. Den hierdurch entstandenen Schaden für Fiskus und Sozialkassen schätzen die Ermittler derzeit insgesamt auf mehr als fünf Millionen Euro.

Überwiegend sollen Aufträge für die Reinigung von Firmengebäuden oder Liegenschaften der öffentlichen Hand in Hessen ausgeführt worden sein. Mit Scheinrechnungen für nie erbrachte Leistungen, erstellt von sogenannten "Servicefirmen", versuchten die Täter und ihre mitbeschuldigten Helfer ihr Handeln zu verschleiern.

Einsatz von Spezialeinsatzkommandos

Durchsucht wurden insgesamt 39 Objekte, darunter Wohnungen sowie Geschäftsräume des Unternehmens. Schwerpunkte der morgendlichen Razzia waren das Rhein-Main-Gebiet, insbesondere Frankfurt. Maßnahmen fanden auch in Friedrichsdorf (Hochtaunus) und Mannheim statt. Dort wurde ebenfalls eine Person festgenommen.

Bei den Festnahmen von drei Personen war das Spezialeinsatzkommandos des Zolls und der Frankfurter Polizei beteiligt. Es sollen besondere Gefährdungslagen vorgelegen haben.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 18.02.2020, 19.30 Uhr