Hochhaus Butzbach

Ein Wohnhochhaus in Butzbach hat in der Nacht zum Mittwoch gebrannt. Bewohner wie die 87 Jahre alte Käthe Uhl können wegen des Schadens monatelang nicht in ihre Wohnungen zurück. Notunterkünfte fehlen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nach dem Brand in Butzbach

Brand Butzbach
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54 obdachlose Bewohner und ein Schaden von mehr als 100.000 Euro - das ist die Bilanz eines Hochhausbrandes in Butzbach (Wetterau). Wie die Polizei mitteilte, war am Dienstagabend in einem Lagerraum im Dachgeschoss des neunstöckigen Gebäudes Feuer ausgebrochen. Der Brand wurde inzwischen gelöscht. Die Kriminalpolizei ermittelt die Ursache.

Bewohner können monatelang nicht zurück

Ein Bewohner und eine Feuerwehrfrau wurden laut Polizei leicht verletzt, konnten aber noch vor Ort behandelt werden. Alle Bewohner konnten sich selbst in Sicherheit bringen. Doch das ist nur ein kleiner Trost. Denn das Löschwasser lief bis in den Keller des Hochhauses - und verursachte so erhebliche Schäden, dass das Haus nun grundsaniert werden muss. In den nächsten Monaten werden die Bewohner deshalb nicht in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Eine von ihnen ist die 87 Jahre alte Käthe Uhl: "Ich habe keine Papiere, kein Portemonnaie, gar nichts", berichtete sie. "Mir bleibt nur die Kleidung, die ich trage." Von dem Feuer sei sie überrascht worden, als sie in ihrem Wohnzimmer saß und nähte: "Auf einmal hat es nach Rauch gerochen." Dann habe jemand Sturm geklingelt und es sei alles so schnell gegangen, dass sie ihre Sachen in der Wohnung gelassen habe.

Seit 1971 wohnt Uhl in dem Haus, nach dem Brand kam sie zunächst bei ihrer Tochter unter.

Bürgermeister: Suche nach Notunterkünften "schwierig"

Die Suche nach Notunterkünften für die insgesamt 54 Bewohner gestaltete sich zunächst schwierig. Es gebe einige freie Wohnungen in einem Neubau, sagte Bürgermeister Michael Merle (SPD). Dieser werde aber eigentlich erst im Sommer bezugsfertig.

"Wir gehen jetzt auf die Suche nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten", sagte Merle. Am Mittwoch habe die Stadt eine Lagebesprechung einberufen. Man wolle außerdem mit allen Bewohnern Kontakt aufnehmen.

Bewohner durften ihre Sachen noch nicht holen

Auch die Butzbacher Wohnungsgesellschaft, der das Hochhaus gehört, wollte sich nach Angaben des Geschäftsführers Alexander Kartmann um Wohnungen kümmern. Kurzfristig wolle man den Bewohnern ermöglichen, wenigstens das Nötigste aus ihren Wohnungen zu holen.

Derzeit sind die Wohnungen aber noch nicht von der Polizei freigegeben. Die Ermittlung der Brandursache wird laut Polizei noch bis Donnerstag dauern, so lange dürfen die Bewohner ihre Wohnungen nicht betreten.

In der Nacht war ein Großteil der Bewohner zunächst in einer Kindertagesstätte untergekommen. Bis Ersatzwohnungen bereit stehen, wird es wohl noch Tage oder gar Wochen dauern.

Sendung: hr4, 26.02.2020, 15.30 Uhr