Der Tankwagen pumpt Wasser durch einen Schlauch aus dem Main.

Unter dem überwiegend trockenen Sommer leiden auch die Stadtbäume. In Frankfurt pumpt deshalb jetzt ein Tankwagen Wasser aus dem Main. Darmstadt und Wiesbaden setzen auf andere Ideen.

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Ein Lastwagen pumpt Wasser aus dem Main.
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Wochenlang Temperaturen über 30 Grad und nur wenige Regentage: Der trockene Sommer macht auch den Bäumen in den Städten zu schaffen. Die Stadt Frankfurt pumpt deshalb mit Tankwagen Gießwasser aus dem Main. Ziel sei es, mehr Bäume durch die Trockenzeit zu bringen, dabei aber weniger Trinkwasser zu verbrauchen, sagte Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) am Freitag. Nach drei sehr trockenen Sommern gehe es dem Baumbestand sehr schlecht.

Knapp 4.500 Bäume mussten nach Angaben des Grünflächenamts 2019 wegen Trockenschäden gefällt werden - mehr als doppelt so viele wie üblich. Im Stadtwald, in Parks und an Straßen gibt es im Frankfurter Stadtgebiet rund 200.000 Bäume. "Die Tendenz ist, dass wir große Mengen an Bäumen verlieren", sagte Heilig. "Den Stadtwald zu gießen ergibt keinen Sinn", sagte sie, der Wasserverbrauch wäre viel zu groß.

Wie eine Tankstelle

Man konzentriere sich daher auf die rund 10.000 jungen Bäume im Stadtgebiet. Sie bekommen pro Woche rund 100 bis 150 Liter. "Wir wollen davon weg, dafür Trinkwasser zu verbrauchen", sagte Heilig. Schon länger greift die Stadt auf Brauchwasser-Entnahmestellen zurück. Nun kommt Mainwasser dazu.

Zwei Lastwagen wurden zu diesem Zweck umgebaut. Sie pumpen in 30 Minuten 6.000 Liter Flusswasser in einen Tank. Dann funktionieren sie wie eine Tankstelle: Kleinere Fahrzeuge pumpen das Wasser ab und bringen es zu den Einsatzorten. Pro Jahr soll das Mainwasser laut Grünflächenamt rund 800.000 Liter Trinkwasser ersetzen.

Darmstadt ruft Bewohner zum Gießen auf

Auch in Darmstadt konzentriert sich das Grünflächenamt bei der Bewässerung auf junge Bäume. Die Stadt rief die Einwohner zur Unterstützung auf: Jede und jeder könne dazu beitragen, die für das Stadtklima essentiellen Stadtbäume zu erhalten, sagte Umweltdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne). Zum Gießen sei allerdings nur unbelastetes Trink- oder Regenwasser geeignet.

Die Stadt Wiesbaden teilte bereits im Mai mit, dass es für die heimischen Bäume infolge des Klimawandels zu trocken werde. Von Jahr zu Jahr müsse früher mit einer intensiven Bewässerung der Jungbäume begonnen werden. Die Stadt pflanzt deshalb vermehrt Bäume, die sich auch für trockenes Stadtklima einigen - zum Beispiel Amberbäume, Rot-Ahorne, Roteschen oder Zürgelbäume.

Sendung: hr1, 14.08.2020, 15.38 Uhr