Motassadeq am Montag in Hamburg auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen.
Motassadeq am Montag in Hamburg auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen. Bild © picture-alliance/dpa

Nach knapp 15 Jahren Haft ist der Komplize der Terroristen vom 11. September 2001, Mounir el Motassadeq, abgeschoben worden. Er wurde von Hamburg über Frankfurt in sein Heimatland Marokko geflogen.

Schwer bewaffnete Polizisten holten Motassadeq am Montagmittag mit einem Hubschrauber von der Hamburger Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel ab. Der 44-Jährige wurde zunächst zum Helmut-Schmidt-Airport und später nach Frankfurt gebracht.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen auf dpa-Anfrage erklärte, bestieg Motassadeq dort eine Maschine einer marokkanischen Fluggesellschaft. Das Flugzeug verließ den Angaben zufolge den Flughafen um kurz vor 18 Uhr mit Ziel Casablanca. An Bord waren auch Bundespolizisten.

Mitglied der Hamburger Terrorzelle

Motassadeq war Mitglied der sogenannten Hamburger Zelle um den Todespiloten Mohammed Atta, der 2001 eines der Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center gesteuert hatte. Der Hamburger Gruppe gehörten noch zwei weitere der insgesamt vier 9/11-Terrorpiloten und neben Motassadeq noch mindestens fünf Unterstützer an.

Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) hatte Motassadeq zunächst 2004 wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3.000 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach Revisionen wurde das Strafmaß 2007 bestätigt, diesmal wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 246 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Motassadeqs reguläre Haftzeit wäre im November abgelaufen. Nach seiner Abschiebung nach Marokko darf Motassadeq bis zu seinem 90. Geburtstag nicht wieder nach Deutschland einreisen.