Der Ausbau der A49 von Kassel nach Gießen wird von heftigem Protest begleitet. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Ticker.

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    Evangelische Pröpste fordern Rodungsstopp am Totensonntag

    Evangelische Pröpste kritisieren die sonntäglichen Rodungsarbeiten für den A49-Ausbau im Dannenröder Forst. "Ich bedauere sehr, dass die Rodungsarbeiten auch sonntags stattfinden – zuletzt sogar am zurückliegenden Volkstrauertag", sagte der evangelische Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt, am Freitag. Er bittet die Verantwortlichen, den bevorstehenden Totensonntag "in seinem besonderen Charakter zu respektieren und auf Rodungsarbeiten zu verzichten".

    Das Totengedenken auf dem Dannenröder Friedhof werde durch den Maschinenlärm gestört und die Religionsausübung werde eingeschränkt, so Schmidt. Zudem seien die Beteiligten bereits unter der Woche einer hohen körperlichen und seelischen Belastung ausgesetzt. Das gelte für die Forstarbeiter ebenso wie für Polizisten vor Ort oder die Demonstranten.

    Nach Meinung von Helmut Wöllenstein, Propst des Sprengels Marburg, könnte eine solche Pause der Deeskalation dienen. "Es kann sinnvoll sein, in der aktuell aufgeheizten Lage rund um den Dannenröder Forst die Auszeiten an Sonn- und Feiertagen zu nutzen, um für eine Deeskalation zu sorgen."

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    Ein Drittel der geplanten Fläche im Dannenröder Forst gerodet

    Die Projektgesellschaft Deges hat im Dannenröder Forst bereits rund ein Drittel der geplanten Fläche für den Weiterbau der A49 roden lassen. Das sagte ein Deges-Sprecher am Freitag. Insgesamt sollen in dem Waldstück bei Homberg/Ohm auf einer Fläche von 27 Hektar Bäume für das Verkehrsprojekt fallen. Um dies zu verhindern, hatten Aktivisten das Waldstück vor über einem Jahr besetzt.

    Seit 10. November ist die Polizei täglich mit hunderten von Einsatzkräften vor Ort, um die Räumungs- und Rodungsarbeiten abzusichern.

    Gerodete Flächen im Dannenröder Forst
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    Aktivisten protestieren vor Wiesbadener Grünen-Zentrale

    Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood haben am Freitagmorgen in Wiesbaden vor der Parteizentrale der hessischen Grünen zwei Bäume besetzt. "Grüne packt die Kettensäge ein" war auf einem Transparent von vier Aktivisten zu lesen, die sich auf Plattformen in luftiger Höhe angeseilt hatten. Das Herzstück des Dannenröder Waldes sei noch nicht gerodet worden und könne noch gerettet werden, sagte eine Sprecherin der Umweltschützer. Sie äußerte die Hoffnung, dass bei mehr Druck auf die Grünen diese den Koalitionsfrieden mit der CDU riskierten und alles dafür tun würden, um die Abholzung für die geplante A49 zu stoppen. Gestern hatten A49-Gegner bereits die Grünen-Landesgeschäftsstelle in Berlin besetzt, um gegen die Rodung zu protestieren.

    Protest vor der Grünen-Parteizentrale
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    52 Protestierende in Gewahrsam genommen

    Die Bilanz der Polizei nach dem zehnten Großeinsatz-Tag im Dannenröder Forst fällt ähnlich aus wie am Vortag: 52 Personen seien in Gewahrsam genommen. Außerdem seien vier Ermittlungs- und 56 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 52 Platzverweise ausgesprochen worden.

    Polizeikräfte hätten ein größeres, illegal errichtetes Camp und ein großes Baumhaus geräumt. Wieder seien einige Personen aus Gebilden im Wald sicher zu Boden gebracht worden, darunter eine Ausbau-Gegnerin, die sich an einem stark wankenden Baumwipfel befestigt hatte.

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    Aktivisten wollen Abseil-Aktion an Autobahn wiederholen

    Umweltaktivisten haben sich von einer Autobahnbrücke abgeseilt.

    Die Abseil-Aktionen an mehreren Autobahnbrücken in Hessen haben vor ein paar Wochen für Aufsehen und Entrüstung gesorgt. Nun planen Aktivisten eine Neuauflage, und zwar als offiziell angemeldete Demonstration. Sie wollen sich am 24. November zwischen 11.00 und 12.00 Uhr an der A5 in Neu-Isenburg abseilen. Genauer gesagt: an einer Brücke in Zeppelinheim, südlich vom Frankfurter Kreuz.

    Am Freitag (20. November) soll dazu ein Gespräch zwischen dem Anmelder und der Versammlungsbehörde stattfinden. "Fragt sich, ob diese Aktion überhaupt genehmigt werden kann", kommentierte ein Polizeisprecher auf Anfrage von hessenschau.de.

    Denn für solch eine Kletterdemo müsste die Autobahn zeitweilig gesperrt werden. Die Anmelder sind der Auffassung: "Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gilt auch für Autobahnen."

    Ende Oktober hatten sich mehrere Aktivisten von Brücken an den Autobahnen 3, 5 und 661 im Rhein-Main-Gebiet abgeseilt und für massive Verkehrsbehinderungen und Sperrungen gesorgt. Mehrere Personen wurden danach festgenommen und kamen in Untersuchungshaft.

  • Friede, Freude, Regenbogen!

    Es gibt sie noch - die schönen Momente im Dannenröder Forst: Dieser Regenbogen spannte sich am Donnerstag prachtvoll über dem wegen Rodungsarbeiten hartumkämpften Waldstück.

    Regenbogen über dem Dannenröder Forst

    Nach Reporter-Berichten gehörte der Donnerstag weitgehend zu den friedlicheren Tagen. Keine Selbstverständlichkeit nach wiederholten Zusammenstößen von einigen Demonstranten mit der Polizei in den vergangenen Tagen. Sagen muss man auch: Der Großteil der Demonstranten versieht den Protest friedfertig.

    Der Donnerstag hatte wenig harmonisch begonnen. Denn nach Polizei-Angaben wurden am Morgen Einsatzkräfte mit Pyrotechnik attackiert. Es sei aber niemand verletzt worden, berichtete ein Polizeisprecher.

  • Bodencamp "Askaban" geräumt

    Im Dannenröder Forst haben die Waldbesetzer nicht nur Baumhäuser gebaut, die für die Einsatzkräfte nur mit viel Aufwand zu erreichen und schwer zu räumen sind. Es gibt aber auch ebenerdig errichtete Unterkünfte. Die Polizei räumte am Donnerstag ein Mini-Camp namens Askaban und beförderte mehrere Waldbesetzer aus der Behausung.

    Camp Askaban von Waldbesetzern

    Das Mini-Camp befindet sich westlich von der Kette von Baumhäusern, die den Forst von Norden nach Süden durchzieht. Die Waldbesetzer hatten die Unterkunft auf einer Lichtung errichtet. Mit dem Zaun aus Ästen erinnerte es an das standhafte Gallier-Dorf aus den Asterix-Comics.

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    Räumung von Baumhaus in südlichem Protestcamp

    Die Polizei hat am Donnerstag begonnen, ein größeres Baumhaus in einem Protestcamp der Waldbesetzer im Süden des Dannenröder Forstes zu räumen. Einsatzkräfte rückten vor dem mit Holzaufbauten und Planen erstellten Bauwerk an, das als Zentrum des Camps gilt. Es ist meterhoch und hat schätzungsweise eine Grundfläche von rund 20 Quadratmetern. Bewohner kletterten aufs Dach, um den Einsatzkräften (vorerst) zu entkommen.

    Ein Baumhaus wird geräumt.

    Wie weit die Polizei mit der Räumung im Tagesverlauf gekommen ist, konnte ein Polizeisprecher am Abend auf Anfrage noch nicht genau sagen.

    An anderen Stellen des Camps saßen Waldbesetzer in den Bäumen, um Fällarbeiten zu verhindern. Holzerntemaschinen rückten aber immer näher. Höheninterventionsteams der Polizei waren kletternd unterwegs, um die Demonstranten aus dem Bäumen zu holen. Manch einen Baumbesetzer ließ das Treiben unter ihm am Boden vollkommen kalt. "Ein Demonstrant liest ein Buch", beobachtete hr-Reporterin Anna Spiess.

  • Proteste vor Grünen-Landesgeschäftsstelle in Berlin

    Demonstranten protestieren vor der Landesgeschäftsstelle der Grünen in Berlin.

    Umweltschützer haben in Berlin eine Aktion an der Landesgeschäftsstelle der Grünen gestartet. Demonstranten postierten sich vor dem Eingang und präsentierten Transparente. Darauf war zu lesen: "Autopartei? Nein Danke!" und "Gönnt euch Autobahn".  Anhänger der Umweltschutzbewegung Ende Gelände besetzten auch ein Vordach am Eingang, um gegen die Rodungen im Dannenröder Forst zu protestieren.

    An der Aktion beteiligten sich nach Aktivisten-Angaben auf Twitter Umweltschützer der Gruppen Ende Gelände, Fridays for Future, Anti Kohle Kidz und Sand im Getriebe.

    Wie die Polizei mitteilte, nahmen 16 Personen an der Aktion teil.

  • Friedlicher Widerstand von betagten Umweltschützern

    Die Räumung eines großen Baumhauses im aktuell südlichsten Protestcamp im Dannenröder Forst läuft bislang ohne größere Zwischenfälle. Die Demonstranten ließen sich friedlich abführen. Rund 20 Mitstreiter befanden sich noch in den Bäumen in der Nähe und wollten Baumfällarbeiten für den genehmigten Weiterbau der A49 verhindern. Unter den Waldbesetzern befanden sich auch ältere Demonstranten wie eine 66 Jahre alte Frau.

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    Zwei von elf Protestcamps geräumt

    Erste Protestcamps im Dannenröder Forst sind geräumt. Wie unsere Reporterin Anna Spiess vor Ort von der Polizei erfuhr, ist das nördlichste und das südlichste der Baumhausdörfer beseitigt worden. Das erste Camp vom Waldrand aus gesehen im Norden sei seit Mittwochabend geräumt. Zuvor war bereits eine kleinere Ansammlung im Süden aufgelöst worden, wie ein Polizeisprecher ausführte.

    Die Beamten arbeiten sich seit Tagen von zwei Seiten in den Wald vor. Vor Beginn des Großeinsatzes am 10. Oktober hatte die Polizei mitgeteilt, dass es elf Baumhausdörfer gebe. Sie reihen sich in einer langen Kette mit etwas Abstand von Nord nach Süden aneinander. "Wir gehen sukzessive vor und werden anlassbezogen die nächsten Maßnahmen ergreifen", sagte ein Polizeisprecher hessenschau.de.

    Am Donnerstag setzte die Polizei die Räumungen im nächstgelegenen Baumhausdorf im Süden des Waldes fort.

  • Tag 10 des Polizei-Großeinsatzes angelaufen

    Auch am zehnten Tag hat die Polizei ihren Dienst im Dannenröder Forst fortgesetzt. Die Einsatzkräfte seien wie an den Vortagen im Norden und Süden des Waldgebiets zwischen Kirtorf und Homberg/Ohm (Vogelsberg) unterwegs, sagte ein Sprecher am Morgen. Die Polizisten schauen sich nach Gefahrenquellen um, entfernen Hindernisse und machen Transport- und Rettungswege frei, wie er erläuterte. Die Beamten haben die Aufgabe, den Forst zu räumen, damit die Rodungen für den beschlossenen Ausbau der A49 vonstatten gehen können.

    Nachdem es zuletzt wiederholt zu Angriffen der Waldbesetzer gegen die Polizei gekommen war, sei die Lage am Donnerstagmorgen noch ruhig, berichtete die Polizei. Die Demonstranten bewarfen die Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen bereits mit Steinen und Fäkalien, sie benutzen Zwillen und Pyrotechnik. Auch wurden unter Laub versteckte Nagelbretter gefunden.

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    Mittwoch: 52 Personen in Gewahrsam

    Die Polizei zieht am neunten Tag ihres Großaufgebots im Dannenröder Forst Bilanz: 52 Personen seien in Gewahrsam genommen. Weiterhin wurden zwei Ermittlungs- und 52 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und 52 sogenannte Platzverweise ausgesprochen.

    Polizeikräfte hätten erneut Barrikaden der Ausbau-Gegner entfernt und ausgehobene Gräben und Löcher aufgefüllt, um Rettungswege wieder befahrbar zu machen. Das teilte die Polizei am Abend mit. Zudem habe sie eine Person von einem Baum geborgen, die sich in mehreren Metern Höhe um einen Baum geklammert und ihre Hände verklebt habe.

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    Ausbau-Gegner rufen zu Gewalt gegen Polizisten auf

    Eine Art Brandbrief von offenbar militanten Gegnern des A49-Ausbaus ist im Internet aufgetaucht. Ein Blog der Waldbesitzer namens "Wald statt Asphalt" verbreitete danach das Schreiben weiter. Darin wird anonym zu Krawall-Tourismus und Gewalt gegen die Polizei aufgerufen.

  • Neunter Einsatztag - "Lage bislang ruhig"

    Die Polizei hat ihren Einsatz am Mittwochmorgen im Dannenröder Forst fortgeführt. Am neunten Tag des Großeinsatzes sind die Einsatzkräfte im Süden des Waldgebiets mit dem weiteren Aufbau des Logistikzentrums beschäftigt. Im Norden beseitigen die Beamten Gefahrenquellen, Barrikaden und räumen den Wald, damit weiter gerodet werden kann. "Wir setzen damit unseren Einsatz wie in den vergangenen Tagen fort. Bislang ist die Lage ruhig", sagte ein Polizeisprecher am Vormittag auf Anfrage. Am Vorabend war es dagegen zu einem Wasserwerfer-Einsatz der Polizei gegen Demonstranten gekommen. Sie hatten zuvor laut Polizei Einsatzkräfte mit Zwillen und Pyrotechnik angegriffen.

  • Polizei hofft auf Einsatz-Ende vor Weihnachten

    Seit gut einer Woche ist die Polizei mit einem Großaufgebot vor Ort im Dannenröder Forst. Wie Harald Zwick, Landesvorstandsmitglied der Gewerkschaft der Polizei in Hessen (GdP), am Dienstag betonte, stellt der Einsatz die Beamten vor eine enorme Belastung. Lange Einsatzzeiten seien keine Einzelfälle. "Wir waren ja schon überlastet ohne Corona, ohne A49 und ohne Castor", sagte Zwick am Dienstag.

    Wie lange sich der Einsatz im Dannenröder Wald noch hinziehen wird, hänge auch von der Zahl der zur Verfügung stehenden Beamten - auch aus anderen Bundesländern - ab. "Fest steht: Je weniger Kräfte wir zur Verfügung haben, um da zu räumen und anschließend zu roden, umso länger dauert das", so Zwick. Er hoffe aber, "dass das Ganze deutlich vor Weihnachten beendet ist".

  • B62 ab Mittwoch wieder einspurig befahrbar

    Wie die Polizei am Dienstagabend mitteilte, wird die B62 am Dannenröder Forst ab Mittwoch wieder einspurig für den Straßenverkehr freigegeben. Es könnte jedoch weiterhin zu Verzögerungen kommen, erklärte die Polizei. Der Verkehr werde durch Polizeibeamte geregelt. Die L3334 werde wegen der starken Verschmutzung hingegen ab sofort auch nachts für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt, teilte die Polizei weiter mit.

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    65 Protestierende in Gewahrsam

    Die Polizei zieht Bilanz am achten Einsatztag im Dannenröder Forst: Demnach habe sich der Dienstag "überwiegend friedlich" gestaltet. Gegen 18 Uhr soll es jedoch nach Angaben der Polizei zu einem Angriff auf ein Fahrzeug der Polizei gekommen sein. Mehrere Vermummte sollen im Bereich der B62 "faustgroße" Steine auf ein vorbeifahrendes Einsatzfahrzeug geworfen haben. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte. Am Fahrzeug sei jedoch ein Sachschaden entstanden. Die Polizei nahm am Dienstag 65 Autobahnausbau-Gegner in Gewahrsam. Sie leitete 71 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und verhängte 65 Platzverweise.

  • Polizei bemerkt im Internet Aufrufe zu Straftaten

    Die Polizei beobachtet in Social-Media-Kanälen eine zuweilen feindselige Haltung gegenüber den Ordnungskräften. "In den sozialen Medien nehmen wir bereits seit Beginn des Einsatzes verschiedene Tendenzen wahr. Die Anonymität des Internets ermöglicht es leider vielen, sich unsachlich zur Sache zu äußern. Teilweise wird sogar zu Straftaten aufgerufen", berichtete ein Polizeisprecher im Zuge der Räumungs- und Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst.

    Die Polizei stelle auch fest, dass Ausbaugegner mitunter nicht an der aktuellen Sachlage interessiert sein, "sondern ihr bereits vorhandenes Bild darstellen wollen". Dennoch gebe es auch positive Rückmeldungen. "Wir erhalten Lob und Zuspruch von vielen Usern für unsere sachliche und deeskalierende Öffentlichkeitsarbeit."

  • "Wald statt Asphalt" bilanziert erste Räumungswoche

    Die Umweltschützer des Bündnisses "Wald statt Asphalt" haben eine Woche nach Beginn der Räumungen und Rodungen im Dannenröder Forst eine erste Bilanz gezogen. Zwar versuchten die Einsatzkräfte "mit aller Härte und ohne Pause" von beiden Seiten in den Wald vorzudringen, dennoch gingen die Maßnahmen nur "extrem langsam voran". Das Bündnis erläuterte: "Einerseits werden am Tag geräumte Strukturen und Barrikaden im Laufe der Nacht oft wieder aufgebaut, andererseits müssen täglich zahlreiche Menschen aus Baumhäusern, von Plattformen und Bäumen sowie aus Sitzblockaden geräumt werden."

    Neben dem Widerstand in Mittelhessen formiere sich Protest weit darüber hinaus. Mehr als 100 Demonstrationen hätten bundesweit bereits stattgefunden. Der Protest wachse über den Dannenröder Forst hinaus. Es gehe nicht nur um den geplanten Autobahnbau, sondern um "eine soziale und gerechte Mobilitätswende und letztendlich um Klimagerechtigkeit". Der Protest werde mit der Rodung nicht aufhören, kündigten sie an.

    "Wald statt Asphalt" erneuerte die Forderung, den Polizei-Einsatz, die Zerstörungen in dem Waldgebiet und den Neubau von Straßen für den Autoverkehr zu stoppen.

  • Deges besorgt: Menschen begeben sich in Gefahr

    Nach dem Absturz einer Aktivistin im Dannenröder Forst hat sich die Projektgesellschaft Deges besorgt über die Entwicklung des Konflikts um den A49-Weiterbau gezeigt. "Was wir in den letzten Tagen mit Sorge sehen, ist, dass sich Menschen in Gefahr begeben. Das tun sie offensichtlich bewusst", sagte ein Deges-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

    Am Sonntag war eine Waldbesetzerin von einem als Blockade genutzten Baumstamm-Gestell gestürzt und hatte sich schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft Gießen ermittelt gegen einen Polizisten, der zuvor ein Seil durchtrennt habe, das mit dem Gestell verbunden gewesen sei. Die Verknüpfung soll für den Beamten nicht erkennbar gewesen sein. Gegen ihn wird nun wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt ermittelt. Den Ermittlern zufolge gibt es bislang keine Hinweise auf ein vorsätzliches Handeln.

    Der Deges-Sprecher erklärte zu den Arbeiten: «Auch für uns gilt Sicherheit als oberstes Gebot. Wir sensibilisieren unsere Auftragnehmer auch im Lichte dieses Vorfalls, sehr umsichtig zu agieren.» Grundsätzlich habe man sich in dem Waldstück auf erheblichen Widerstand eingestellt.

  • Polizei warnt vor Nagelbrett-Fallen unterm Laub

    Nachdem es an den vergangenen Tagen Ausschreitungen von Teilen der Waldbesetzer gegen die Polizei gegeben hat, war es am Dienstag relativ ruhig im Dannenröder Forst. "Heute ist friedlicher Protest zu beobachten. Manchmal ist es eine beinahe skurrile Stile. Die Ausbau-Gegner hängen an den Bäumen, die Rodungen laufen und dazu spielt ein Trompeter 'O sole mio'", schilderte hr-Reporter Jochen Schmidt.

    Doch ungefährlich ist es für Journalisten nicht im Wald. "Ich wurde gewarnt, darauf zu achten, wo ich hintrete. Unter dem Laub seien Nagelbretter versteckt", berichtete Schmidt von Hinweisen der Polizei. In den vergangenen Tagen hatte die Polizei mehrfach mitgeteilt, dass Nagelbretter mutmaßlich von Ausbau-Gegnern in Wald ausgelegt worden seien.

  • Projektgesellschaft mit Rodungsfortschritt zufrieden

    Gerodete Flächen im Dannenröder Forst

    Die Waldarbeiter sind am Dienstag bei den Rodungen ordentlich vorangekommen. Der Projektleiter der beauftragten Firma Deges befand, er sei mit dem Fortschritt im Dannenröder Forst sehr zufrieden. Er sagte auch, dass er mit größeren Problemen von Seiten der Ausbau-Gegner gerechnet habe. Aber die Polizei mache einen hervorragenden Job.

    hr-Reporter Jochen Schmidt berichtete, es seien bereits riesige Freiflächen von der Größe mehrerer Fußballfelder im Norden des Waldes entstanden. "Hier liegt massenhaft Holz, das erstmal abtransportiert werden muss", sagte er.

  • Polizei bietet Bürgertelefon an

    Das Polizeipräsidium Mittelhessen hat ein Bürgertelefon eingerichtet für Fragen rund um den Weiterbau der A49 in Mittelhessen. Wenn etwa Straßen gesperrt sind, es Verkehrsumleitungen gibt und andere Einsätze den Alltag der Anwohner beeinträchtigen, kann man sich per Telefon (0641 / 7006 - 5445) oder Mail (A49-Buergerinfo@polizei.hessen.de) an die Ordnungshüter wenden. Sprechzeiten sind montags bis freitags zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr.

  • Polizei-Kommunikatoren sprechen Waldbesetzer an

    Ein (Vorzeige-)Video der Polizei aus der Kategorie "klare Ansage": Die Polizei Mittelhessen hat am Dienstag eine Sequenz via Twitter veröffentlicht, das die Arbeit von Kommunikatoren dokumentiert. Die Beamten in den blauen, beschrifteten Westen sprechen über Lautsprecher die Waldbesetzer an, die zum Beispiel auf Bäume geklettert sind und sich weigern herunterzukommen. Der Polizei-Kommunikator erläutert dem jeweiligen Demonstranten, wogegen er gerade verstößt und was die Aktion für Konsequenzen hat. Die Waldbesetzer werden auch darauf hingewiesen, dass geprüft wird inwiefern sie an den Bergungskosten beteiligt werden können. Sie werden zudem vorgewarnt, dass ausgesprochene Platzverweise auch mit Zwang durchgesetzt werden können.