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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Elf Haftbefehle nach Abseilaktion

Demonstration gegen A49-Ausbau auf der A5

Nach mehreren Abseilaktionen auf unterschiedlichen Autobahnen am Montag kommen neun der Aktivisten in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft befürchtet Fluchtgefahr - und sieht den dringenden Verdacht der Nötigung.

Nach den Abseilaktionen an mehreren Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet hat eine Ermittlungsrichterin gegen elf Gegner des Weiterbaus der A49 Haftbefehle erlassen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Beschuldigten wegen dringenden Verdachts der gemeinschaftlichen Nötigung.

Neun der Aktivisten kommen in Untersuchungshaft, zwei bleiben dagegen unter Auflagen von der Haft verschont. Nach Auskunft einer Sprecherin des Amtsgerichts müssen sie sich regelmäßig melden und dürfen den Dannenröder Forst nicht betreten. Bei den anderen neun Beschuldigten bestehe Fluchtgefahr: Sie hätten keine Angaben gemacht, weder zu dem Vorwurf noch zu ihren Personalien.

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zum Video Gefährliche Abseilaktion sorgt für Staus

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Insgesamt 30 Aktivisten in Gewahrsam

Die Polizei hatte bei der Aktion am Vortag insgesamt 30 Aktivisten in Gewahrsam genommen. Darunter waren 12 Personen, die sich an drei Brücken abgeseilt hatten, sowie 18 weitere, die die Aktionen unterstützten. Zunächst hieß es, dass sich nach einer vorläufigen Bewertung der Staatsanwaltschaften Frankfurt und Wiesbaden 19 dieser Personen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung verantworten müssen. Von dem ersten Vorwurf war am Dienstag nicht mehr die Rede.

Für die Aktion hatte es scharfe Kritik aus der hessischen Politik gegeben. Vor allem weil es bei einer ähnlichen Aktion vor knapp zwei Wochen in Folge des anschließenden Staus zu einem schweren Auffahrunfall auf der A3 kam. Ein 29-Jähriger wurde dabei eingeklemmt und schwer verletzt.

Aktivisten auch in Baumhäusern

Die A49 soll nach dem Lückenschluss Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Um die Rodungsarbeiten dafür zu verhindern und zu verzögern, haben sich Aktivisten auch in Baumhäusern in den beiden Waldstücken eingerichtet.

Die A49-Gegner halten das Autobahnprojekt für verfehlt, da es der Verkehrswende entgegenstehe. Befürworter versprechen sich dagegen von dem A49-Lückenschluss weniger Verkehrsbelastung und Lärm sowie ein geringeres Unfallrisiko in den Dörfern der Region, kürzere Wege für Pendler sowie eine bessere Anbindung an das Straßennetz.

Sendung: hr-iNFO, 27.10.2020, 23.00 Uhr