Das Brückenteil musste 100 Meter verschoben werden.

Am Darmstädter Kreuz kommt es auf der A67 zu Sperrungen und Verkehrsbehinderungen. Ein tonnenschweres Bauteil für eine neue Brücke musste verschoben werden. Es war nicht der erste Versuch.

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Ein Brückenteil wird zur bestehenden Brücke transportiert.
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Autofahrer müssen sich an diesem Wochenende auf Verkehrsbehinderungen am Darmstädter Kreuz einstellen. Grund sind die Bauarbeiten für die neue Südrampe der A67. Dazu musste in der Nacht auf Samstag ein 800 Tonnen schweres Brückenteil rund 100 Meter verschoben und in Position gebracht werden. Nach Angaben einer Sprecherin der zuständigen Autobahn GmbH hat das problemlos geklappt. Die Autobahn bleibt am Samstag aber noch mehrere Stunden gesperrt.

Wechselseitige Sperrung mit sieben Stunden Überschneidung

Die erste Sperrung erfolgte am Freitagabend um 22 Uhr und betrifft die Fahrtrichtung von Frankfurt nach Mannheim. Die Sperrung soll bis Samstag, 15 Uhr, andauern, wie die Autobahn GmbH mitteilte. Seit dem frühen Samstagmorgen ist auch die Gegenrichtung gesperrt. Hier ist die Sperrung bis Sonntag, 5 Uhr, vorgesehen. Nach dieser Planung wäre für einen Zeitraum von sieben Stunden am Samstag keine der beiden Richtungen befahrbar.

Für die Fahrtrichtung Süd gibt es folgende Umleitungsempfehlungen:

  • am Darmstädter Kreuz auf die parallel laufende A5
  • ab der Anschlussstelle Langen /Mörfelden über die B486 und B44 bis zur Anschlussstelle Groß-Gerau auf die A67 zum Darmstädter Kreuz
  • großräumig ab dem Frankfurter Kreuz auf die A3 in Richtung Köln, dann über das Mönchhof-Dreieck auf die A67 zum Darmstädter Kreuz
  • ab Anschlussstelle Weiterstadt über die B42 bis zur Anschlussstelle Büttelborn

In Richtung Frankfurt wird wie folgt umgeleitet:

  • ab der Anschlussstelle Pfungstadt über die B426 bis zur Anschlussstelle Darmstadt-Eberstadt auf die A5 zum Darmstädter Kreuz

Nicht betroffen ist nach Auskunft der Autobahn GmbH die A5. Sie soll durchgehend befahrbar bleiben. Die Autobahn GmbH des Bundes ist seit Jahresbeginn für Bau und Erhalt der Autobahnen in Deutschland zuständig. Bis dahin hatte für die Autobahnen in Hessen die Landesagentur HessenMobil diese Aufgaben wahrgenommen.

Leichter und beständiger

Die Errichtung der neuen Südrampe ist Teil der Erneuerung von gleich vier Brücken am Darmstädter Kreuz, der Nord- und Südrampe sowie zweier parallel verlaufender Brücken am sogenannten Zentralbauwerk. Die alten Brücken aus der 1960er-Jahren waren in die Jahre gekommen, ihre Tragfähigkeit hatte nachgelassen. Die neuen werden in Stahlverbundweise gefertigt und sollen trotz geringeren Gewichts deutlich länger halten.

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Arbeiten am Brückenteil
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Eigentlich hatte die Einschiebung des betonierten Brückenteils für die Südrampe bereits im August über die Bühne gehen sollen. Die Arbeiten mussten jedoch schon nach wenigen Metern abgebrochen werden, weil die Unterlegplatten, über die der Stahlkörper rollen sollte, zu schwach waren, um sein Gewicht zu tragen.

"In der Theorie okay"

Berechnet hatte die Plattenstärke ein Statiker der Baufirma, wie eine Sprecherin der Autobahngesellschaft sagte. "Das war in der Theorie okay, in der Praxis hat es leider nicht funktioniert." Die Baufirma habe daraufhin die Werte neu berechnet und setzt jetzt stärkere Platten ein.

Der Fehlversuch tue "immens weh", so die Sprecherin. An der Gesamtdauer des Projekts werde sich aber nichts ändern. Nach wie vor sollen Ende 2023 alle neuen Brücken für den Verkehr zur Verfügung stehen. Die Projektkosten von 96 Millionen Euro trägt der Bund.

Staus auf Umleitungsstrecken möglich

Laut Autobahngesellschaft passieren einer Verkehrszählung von 2015 zufolge im Schnitt täglich etwa 160.000 Fahrzeuge das Darmstädter Kreuz. Die Arbeiten habe man bewusst in die verkehrsärmeren Nächte am Wochenende gelegt, teilte die Gesellschaft mit. Auf den Umleitungsstrecken könne es dennoch vereinzelt zu Rückstaus kommen.

Bereits Ende Januar dürfte es erneut zu Sperrungen am Darmstädter Kreuz kommen. Dann wird das erste von zwei Teilen des Zentralbauwerks verschoben.

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