Die Abfangjäger der Alarmrotten sind einmal im Norden und einmal im Süden der Republik stationiert, um innerhalb weniger Minuten jeden Ort anfliegen zu können.
Die Abfangjäger der Alarmrotten sind einmal im Norden und einmal im Süden der Republik stationiert, um innerhalb weniger Minuten jeden Ort anfliegen zu können. Bild © Deutsche Luftwaffe/Petersen

Explosionen? Abfangjäger? Bürger in der Wetterau haben am Donnerstagmorgen zwei laute Knalle gehört - und in der Tat waren es wie schon vor zwei Wochen Jets der Luftwaffe, die bei einem Einsatz die Schallmauer durchbrachen.

Um kurz nach 9 Uhr am Donnerstag meldeten sich mehrere Nutzer bei hessenschau.de und viele Bürger bei der Polizei in Mittelhessen: Sie alle hatten zwei laute Knallgeräusche wahrgenommen und fragten sich, was dahinter steckt. Die Polizei klärte rasch auf: Zwei Abfangjäger der Luftwaffe seien alarmiert worden und aufgestiegen, nachdem der Kontakt der Flugsicherung zu einer Zivilmaschine abgebrochen war.

Die Knalle waren laut Polizei vor allem im Wetteraukreis, im Kreis Gießen und im Lahn-Dill-Kreis zu hören. Selbst im entfernten Kreis Würzburg in Unterfranken knallte es noch. Auch dort beruhigte die Polizei die Bevölkerung per Twitter. Schon nach wenigen Minuten sei der Funkkontakt zum Piloten des Verkehrsflugzeugs wiederhergestellt gewesen.

❗Kein GRUND zur SORGE ❗ Um 09.06 Uhr gab es im Luftraum über #Mittelhessen , insbesondere der #Wetterau , nach dem Überflug zweier Kampfjets zwei laute „Überschallknalle“ - Nach Der Grund: Nach Auskunft der Flugsicherung war der Kontakt zu einer Zivilmaschine abgebrochen.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks war die Maschine auf dem Weg von Rumänien nach Brüssel. Im Wiener Luftraum sei der Kontakt zur Flugsicherung abgerissen, um 9.08 Uhr habe die Verbindung dann wieder bestanden. Da war das Flugzeug bereits über dem Taunus.

Scheibe ging zu Bruch

In Leun (Lahn-Dill) blieb es möglicherweise nicht bei der Lärmbelästigung. Wie die Polizei mitteilte, ließen die Schallwellen dort vermutlich eine Fensterscheibe zu Bruch gehen.

Erst vor knapp zwei Wochen kam es zu einem ganz ähnlichen Vorfall: Zwei Abfangjäger stiegen auf, um direkten Kontakt zur Crew eines ägyptischen Verkehrsflugzeugs herzustellen. Der Funkkontakt zur Deutschen Flugsicherung war zwischenzeitlich abgebrochen.

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Wann steigen Abfangjäger auf?

Die Entscheidung, Abfangjäger in die Luft zu schicken, fällt letztlich im Nationalen Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum (NLFZ SiLuRa) bei Uedem am Niederrhein. Dort sitzen Vertreter des Bundesinnen-, Verkehrs- und Verteidigungsministeriums. Das NLFZ SiLuRa wurde im Juli 2003 eröffnet. Es entstand nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und nach dem Irrflug eines Kleinflugzeugs über der Frankfurter Innenstadt 2003.

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Sendung: hr3, 06.09.2018, 10 Uhr