Ein Mann aus Obertshausen muss für achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Er hatte im Februar bei einer Zwangsräumung im Treppenhaus um sich geschossen und zwei Männer schwer verletzt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Urteil nach Schüssen auf Gerichtsvollzieher und Begleiter

Tatort in Obertshausen
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Wegen versuchten Mordes an einem Gerichtsvollzieher und zwei Begleitern hat das Landgericht Darmstadt einen 68-jährigen Mann am Mittwoch zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte hatte Mitte Februar auf die drei Männer geschossen, um die Zwangsräumung seiner Wohnung in Obertshausen (Kreis Offenbach) zu verhindern.

Das Gericht ging in dem Urteil von versuchtem Mord aus. Der Angeklagte habe seine arglosen Opfer mit den Pistolenschüssen überrascht, als sie im Treppenhaus standen. Anschließend habe er sie auf die Straße verfolgt und weiter Schüsse abgefeuert. Ein Opfer überlebte mit viel Glück einen Bauchschuss, ein weiteres wurde in Arm und Hüfte getroffen.

Angeklagte hatte über zwei Promille Alkohol im Blut

Mit dem Urteil blieb das Gericht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die auf elf Jahre Haft wegen Mordversuchs plädiert hatte. Die Verteidigung war von einer fahrlässigen Tat ausgegangen und hatte kein Strafmaß genannt.

Der Angeklagte hatte ausgesagt, er habe nur Aufsehen für seinen Mietrechtsfall erregen wollen. "Nur weil der Angeklagte den Kopf in den Sand gesteckt hat, ist es so weit gekommen", sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte bekam 2018 eine Mieterhöhung, die er nicht zahlen wollte.

Der Angeklagte habe dann aber selbst zur Zwangsräumung beigetragen, als er dem Amtsgerichtsprozess zur Räumungsklage fernblieb, betonte der Richter. Die Kammer konnte nicht ausschließen, dass der Angeklagte nur vermindert schuldfähig war. Er hatte zum Tatzeitpunkt über zwei Promille Blutalkohol.

Sendung: hr3, 16.12.2020, 16.00 Uhr