Abgesperrter Tatort in Königstein
Abgesperrter Tatort in Königstein Bild © Michael Seeboth (hr)

Kein Mord, sondern Totschlag: Zehn Monate nach einer tödlichen Messerattacke in Königstein hat das Landgericht Frankfurt den Täter verurteilt. Der 46-Jährige hatte seinem Opfer ins Herz gestochen.

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Das Landgericht Frankfurtv hat am Donnerstag einen 46 Jahre alten Mann wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Täter hatte im Juli letzten Jahres sein Opfer auf offener Straße mit einem Stich ins Herz getötet.

Betrunken, aber voll schuldfähig

"Es war ein gezieltes Vorgehen", sagte die Richterin. Trotz der mindestens 2,2 Promille, die der Verurteilte bei der Tat intus hatte, sei er angesichts seiner Gewöhnung an Alkohol voll schuldfähig. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen heimtückischen Mordes angeklagt. Da es aber keine direkten Zeugen der Tat gab, entschied das Gericht auf Totschlag.

Der Täter hatte im Juli letzten Jahres einen 42-Jährigen an einem Busbahnhof in Königstein erstochen. Nach Polizeiangaben war es zuvor auf offener Straße zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern gekommen. Sie hatten sich gestritten und geschlagen.

Täter beobachtet, wie sein Opfer stirbt

Demnach ging der Täter nach dem anfänglichen Streit weg, kaufte das spätere Tatmesser und eine Flasche Bier, kam zurück und stach den 42-Jährigen ohne Vorwarnung nieder. Anschließend setzte er sich auf eine Bank in der Nähe und beobachtete die erfolglosen Rettungsversuche der alarmierten Sanitäter. Als die Polizei eintraf, ließ er sich widerstandslos festnehmen