Landgericht Frankfurt

Im Prozess um eine tödliche Messerattacke auf seinen Mitbewohner ist ein 34-Jähriger wegen Totschlags verurteilt worden. Neben der Haftstrafe ordnete das Landgericht Frankfurt einen Entzug an.

Rund anderthalb Jahre nach einer tödlichen Messerattacke auf einen Wohnungsgenossen in Frankfurt ist ein 34 Jahre alter Mann vom Landgericht Frankfurt zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden. Die Richter befanden den Moldawier am Freitag des Totschlags für schuldig und ordneten zudem eine Entzugstherapie an.

Die Tat hatte sich im Oktober 2020 in der gemeinsamen Wohnung in Frankfurt-Niederrad ereignet. Das 39 Jahre alte Opfer starb nach dem Stich in den Hals an seinem enormen Blutverlust.

Notwehr oder Vorsatz?

Vor Gericht hatte sich der Angeklagte nicht zu dem Vorwurf geäußert. Seine Verteidiger stellten sich auf den Standpunkt, er habe in Notwehr gehandelt, und forderten deshalb einen Freispruch.

Die Schwurgerichtskammer folgte in ihrem Urteil jedoch tendenziell der Staatsanwaltschaft, die eine langjährige Haftstrafe wegen eines vorsätzlichen Tötungsdelikts beantragt hatte. Um von einer Notwehrsituation auszugehen, seien die nach seiner Festnahme vom Angeklagten gemachten Angaben einfach zu widersprüchlich gewesen, sagte der Vorsitzende Richter.

Unter anderem hatte der Mann von Annäherungsversuchen des Opfers gesprochen. Darüber hinaus sei der andere mit einem Messer auf ihn losgegangen.

Radfahrer mit Messer bedroht

Weitere Mitbewohner der von osteuropäischen Arbeitern bewohnten Unterkunft schilderten dem Gericht allerdings als Zeugen, dass der Angeklagte besonders unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu Gewalttaten geneigt habe.

Schon zwei Tage vor der Tat war er an einer nahen S-Bahn-Station aufgefallen, als er einen ihm völlig unbekannten Fahrradfahrer mit einem Messer anging. Er habe sich von dem Radler bedroht gefühlt, sagte er später. Dieser Vorfall wurde als gefährliche Körperverletzung mit in das Urteil aufgenommen. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.