Cannabis in Säcken

Die Polizei, dein Freund und Erntehelfer? Beim Spazierengehen hat eine Frau auf einem Acker in Usingen hunderte Hanfpflanzen entdeckt. Beamte fuhren nun die Ernte ein, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Eine Spaziergängerin entdeckte am späten Sonntagabend die Cannabis-Plantage im Usinger Ortsteil Michelbach. Auf einer brach liegenden, rund 14.000 Quadratmeter großen Ackerfläche standen nach Schätzungen der Polizei bis zu 1.000 Pflanzen zwischen wildwuchernden Gräsern und Feldblumen. Die Polizei war zunächst von rund hundert Pflanzen ausgegangen, bei genauerem Hinsehen fanden sich auf der Fläche dann aber doch deutlich mehr.

Kräuter, Medizin oder Drogen?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr1-Gespräch: Hunderte Hanfpflanzen im Acker entdeckt

Säcke mit Cannabis-Pflanzen liegen in einem Polizeibus
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Beamte entfernten am Montag hunderte der verdächtigen Pflanzen und stellten sie sicher, 15 prall gefüllte Müllsäcke kamen zusammen. Der Rest der Wiese wurde danach abgemäht, um auch das kleinste Pflänzchen zu erwischen. Nun muss die Ernte genauer untersucht werden: Ob die Cannabis-Pflanzen für den Lebensmittelbereich genutzt werden können, im Medizinbereich oder möglicherweise als Drogen, ist unklar. "Wir gehen nicht davon aus, dass sie für den Drogenhandel bestimmt waren", sagte ein Polizeisprecher.

Ein Traktor mäht eine Wiese ab.

Man gehe aber davon aus, dass der Landwirt, dem die Ackerfläche gehört, den Hanf zusammen mit anderen Blumen und Pflanzen bewusst auf der brachligenenden Fläche ausgesät habe. Was die Gründe dafür sein könnten, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Das Angebot des Besitzers, die Pflanzen selbst zu ernten und zu vernichten, schlug die Polizei übrigens aus Ermittlungsgründen aus.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 27.7.2020, 13 Uhr