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Gelbe Karten werden an achtlos abgestelle E-Scooter angebracht

Achtlos abgestellte E-Scooter können eine ernsthafte Gefahr darstellen, insbesondere für Menschen mit Sehbehinderung. Darauf wurde am Samstag in Wiesbaden aufmerksam gemacht - und zwar mit gelben Karten. Weitere Städte sollen folgen.

Ausgeliehen sind sie schnell - rücksichtslos abgestellt leider auch: E-Scooter prägen seit einigen Jahren das Bild vieler größerer Städte, wenn auch zum Ärger einiger Passanten. Unter dem Motto "Gelbe Karten für Stolperfallen" möchte der Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen (BSBH) auf das Problem aufmerksam machen und verteilte die mahnenden Kärtchen am Samstag in Wiesbaden.

Auf einer gelben Karte sind im oberen und unteren Bereich schwarze schräge Streifen zu erkennen. Zwischen diesen Streifen, in der Mitte der gelben Karte, folgen - alles in schwarz dargestellt - zunächst die Worte "Barrierefrei zum Ziel" und direkt darunter: "Gelbe Karte für Stolperfallen". Unter den zwei Sätzen sind (von links nach rechts) dann ein E-Scooter, ein Auto und ein Fahrrad als Piktogramm in einer Reihe angeordnet. Darunter folgt der Satz "Bitte haltet unsere Gehwege frei!" und unter diesem sind (von links nach rechts) die Piktogramme "Mensch mit Kinderwagen", "Mensch im Rollstuhl", "Mensch am Rollator", "Mensch mit Langstock" zu finden. Darunter steht "Damit wir sicher an unser Ziel kommen".

Immer mehr Fahrer parkten ihre Zweiräder achtlos auf dem Gehweg, insbesondere für Menschen mit Sehbehinderung stelle dies ein großes Verletzungsrisiko dar, erklärte Klaus Meyer, Geschäftsführer des BSBH. Mit der Aktion möchte man ein Zeichen setzen - und expandieren wolle man auch: In Frankfurt soll es demnächst die gleiche Aktion geben. Roller, die im Weg stehen oder liegen, sollen mit einer gelben Karte markiert werden.

Geregelte Abstell-Zonen und ein Scooter-Limit

Bislang durften die Elektroroller dort stehen gelassen werden, wo es den Nutzerinnen und Nutzern passt - auf Gehwegen und Radwegen wurden sie so immer mehr zur Stolperfalle. Dagegen gehen Kommunen vor - mit strengen Regeln fürs Abstellen, festen Parkzonen in der Innenstadt und einem Limit für die Zahl der Elektroroller.

Die erste Abstellzone für die Roller wurde am Frankfurter Hauptbahnhof bereits eingerichtet - weitere sollen folgen. Wie Frankfurts Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) mitteilte, kümmert sich derzeit die Verkehrspolizei speziell um falsch abgestellte E-Scooter. Sie platzierten diese um, damit gerade für seh- und gehbehinderten Personen keine Gefahr mehr bestehe.

Wie viele der Leih-Scooter inzwischen in Hessen unterwegs sind, ist nicht bekannt. Das Verkehrsministerium schätzte die Zahl vor wenigen Monaten grob auf knapp 11.000. Mehr als die Hälfte davon - rund 6.500 - seien in Frankfurt unterwegs.

Unfallrisiko E-Scooter?

Laut Statistischem Landesamt Hessen gab es 2021 rund 446 registrierte Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen. Darunter fallen neben E-Scootern auch elektrische Tretroller und Segways. Der E-Scooter-Anbieter Tier erklärte auf Anfrage: "Selbstverständlich beobachten wir jede Zunahme an Unfällen genau und reagieren mit verschiedenen Maßnahmen".

So werde abends ab 22 Uhr in der App beispielsweise darauf hingewiesen, nicht betrunken zu fahren. Tier verweist aber auch auf Rückmeldungen von Versicherern: Demnach sei die Zahl der Unfälle in Relation zu den tatsächlich gefahrenen Kilometern rückläufig.

Ihre Kommentare Sollte es mehr Parkflächen für E-Scooter geben?

12 Kommentare

  • Nein, sie sollten wieder abgeschafft werden

  • Ja! Und zwar gebührenpflichtig!!! Dann verschwindet diese Seuche der Bewegungsfaulen bald.

  • Ganz klares nein.

    Angeblich soll der E-Scooter ja laut grüner Luftikusse u.Wendehälse ja ein Teil der sogenannten großen "Verkehrswende" sein, umstieg vom Auto etc.!

    Nüchtern betrachtet ist der E-Scooter ein Lifestylgadget der heutigen Spassgeseschaft, sonst gar nichts.

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