Polizeihubschrauber IBIS1 bei der Aufnahme von Löschwasser
Polizeihubschrauber IBIS1 bei der Aufnahme von Löschwasser Bild © Polizei Hessen

Die Polizei überwacht Wälder aus der Luft, Städte schließen Grillplätze und das Land rüstet die Feuerwehren auf: Wegen der Hitzewelle hat das Umweltministerium Waldbrand-Alarm ausgelöst.

Vom Fliegerhorst in Egelsbach (Offenbach) startet derzeit das Flugzeug der hessischen Polizei täglich zu einer besonderen Patrouille: Die Beamten suchen aus der 2012 angeschafften Maschine nach brennenden Wäldern. "Heute hat unsere Besatzung einen Brand bei Usingen-Michelbach entdeckt", sagt der Leiter der Polizeifliegerstaffel, Moritz von Zezschwitz, am Mittwochnachmittag zu hessenschau.de. Kurz darauf kämpfen am Boden sämtliche Feuerwehren der Gegend gegen das 1.000-Quadratmeter-Feuer.

Rauch steigt am Mittwochnachmittag in einem Wald in Usingen auf. Die Polizei hatte ihn aus der Luft entdeckt.
Rauch steigt am Mittwochnachmittag in einem Wald in Usingen auf. Die Polizei hatte ihn aus der Luft entdeckt. Bild © Michael Seeboth (hr)

Wegen der Hitzewelle hat das hessische Umweltministerium am Dienstag die erste von zwei Alarmstufen ausgerufen. Seither stehen die Flüge fest auf dem Plan, schon vorher hielten die Beamten die ausgetrockneten Felder und Wälder im Auge. In der vergangenen Woche alarmierten die Piloten mehrfach die Feuerwehr am Boden.

Park- und Grillplätze gesperrt

24 Mal brannte in diesem Monat bislang in Hessen ein Stück Wald. Ein paar Gewitter am Wochenende würden die Lage nicht entspannen, warnt das Ministerium. Nun schließen Gemeinden Waldwege oder Grillplätze, anderswo darf gar nicht mehr gegrillt werden. Wiesbaden sperrt einen Wiesenparkplatz - heiße Motoren und Katalysatoren könnten das Gras entzünden.

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Der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes, Harald Popp, sagt: "Ja, es gibt mehr Flächen- und Waldbrände." Mit Brandkatastrophen wie in Griechenland oder Schweden rechnet er aber nicht. "Wir haben eine andere Vegetation" sagt er. Auch durchtrennten die Wälder mehr Schneisen, die ein Überspringen des Feuers auf immer neue Flächen verhindern könnten.

400 neue Waldbrand-Ausrüstungen

Trotzdem rüsten die Feuerwehren im Land auf. Schon vor der Hitzewelle hat das Innenministerium 400 Waldbrand-Ausrüstungen für besondere Katastropheneinheiten der Feuerwehr bestellt, die aber noch nicht geliefert sind. Mit dabei: Kleinlöschgeräte und tragbare Wasserspritzen gegen Glutnester.

Die Feuerwehr Dieburg löscht am Dienstagabend einen Waldbrand.
Die Feuerwehr Dieburg löscht am Dienstagabend einen Waldbrand. Bild © Einsatzreport Südhessen

Kleingerät gegen Waldbrände? Ja, sagt Fachmann Popp vom Feuerwehrverband. Oft müssten die Feuerwehrleute weite Wege bis zum Brand gehen und Wasser sparsam einsetzen. Auch brauche es bei Glutnestern keinen großen Druck, um die Flammen zu löschen. Darum kommen oft auch eher kleinere Schlauchgrößen zum Einsatz.

Polizeihubschrauber im Löscheinsatz

Größeres Gerät steht im Zweifel aber bereit: Das Land beschafft vier große, mobile Wasserbehälter für Löschwasser. Zumindest das Innenministerium hält in anderen Bundesländern laut gewordene Kritik an der Waldbrand-Ausstattung der Feuerwehr in Hessen für nicht berechtigt.

Wenn nötig, können die Feuerwehren im Land Hilfe aus der Luft anfordern: Die Bundespolizei kann Hubschrauber schicken oder die Fliegerstaffel der hessischen Polizei. Zwei Mal in diesem Jahr stieg bislang ein Hubschrauber zum Löscheinsatz auf mit dem Feuerlöschbehälter "Bambi Bucket" unter sich. "Zuletzt war dies am vergangenen Donnerstag im Bereich Hanau der Fall", sagt Fliegerstaffelchef von Zezschwitz. Ziemlich sicher ist: Das wird nicht der letzte Einsatz in diesem Sommer sein.

Sendung: hr-fernsehen, alle wetter, 25.07.2018, 19.15 Uhr