Der Lkw am Ende der Geisterfahrt über die A67 und die A5
Der Lkw am Ende der Geisterfahrt über die A67 und die A5 Bild © Keutz TV News

Auf dem Rückweg von einer Halloween-Feier erlebte Katharina M. den Schrecken ihres Lebens: Ein betrunkener Lkw-Geisterfahrer krachte auf der A5 bei Darmstadt in das Auto der 32-Jährigen. Die Butzbacherin hatte kaum Zeit zu reagieren.

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zum hr-fernsehen.de Video Frau überlebt Geisterfahrt auf der A5

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"Es ging so verdammt schnell. Als ich begriffen habe, was passiert, war es schon zu spät. Ich konnte nur noch das Lenkrad nach rechts reißen."

Katharina M. aus Butzbach (Wetterau) fuhr am späten Samstagabend auf der A5 von einer Halloween-Party nach Hause, als ihr zwischen Eberstadt und Darmstadt auf der linken Spur ein 40-Tonner entgegenkam: Dessen Fahrer hatte sich sturzbetrunken ans Steuer gesetzt und war 21 Kilometer lang als Geisterfahrer über die A67 und die A5 gefahren.

Die 32-jährige Katharina M. und ihr Beifahrer hatten riesiges Glück im Unglück: Durch ihre schnelle Reaktion schrammte der Lkw ihr Auto nur seitlich, sodass der Wagen zwar schwer demoliert, die beiden Insassen aber nur leicht verletzt wurden und selbstständig aussteigen konnten. "Frontal hätten wir den Aufprall nicht überlebt", sagt sie im Gespräch mit dem hr: "Die Wucht dahinter war Wahnsinn."

"Es hat mich beruhigt, dass Leute da waren"

Während sie zitternd und blutend am Straßenrand steht, halten immer mehr Menschen an, um ihr zu helfen. "Da kamen Menschen mit Decken, ein Pärchen hat uns im Kofferraum sitzen lassen, eine Ärztin hat angehalten und gefragt, ob sie etwas tun kann. Und einer hat ein Warndreieck aufgestellt und die Unfallstelle abgesichert."

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Betrunkener Lkw-Geisterfahrer baut Unfall

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Geisterfahrer-Opfer Katharina: "Als ich es realisiert hatte, war es schon zu spät"

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Bei diesen Menschen will sich Katharina M. nun nochmals bedanken: "Die Hilfsbereitschaft war groß. Es hat mich beruhigt, dass Leute da waren. Ich hätte zum Beispiel auch gar nicht selbst den Notruf wählen können, ich stand so unter Schock."

"Der darf nie wieder auf die Straße"

Gesundheitlich ist sie glimpflich davongekommen: Die Risse in der Hornhaut werden wohl schnell verheilen, ansonsten hat sie hauptsächlich Prellungen davongetragen. "Jetzt sehe ich tatsächlich so aus, als käme ich von einer Halloween-Party. Aber es hätte auch ganz anders ausgehen können."

Gegen den 47 Jahre alten Lkw-Fahrer, bei dem die Polizei einen Alkohol-Wert von 1,48 Promille gemessen hat, wird sie Strafantrag stellen. "Der darf nie wieder auf die Straße. Der hätte ja nicht nur unser Leben, sondern auch das von allen anderen Menschen auf der Autobahn auslöschen können." Der Mann raste auch durch Straßensperren der Polizei. Erst auf Höhe von Zwingenberg (Bergstraße) konnten die Beamten den Mann stoppen, er sitzt nun in Weiterstadt (Darmstadt-Dieburg) in Untersuchungshaft.