ein Schäferhund liegt auf grünem Rasen

Unbekannte haben in Altenstadt einem aus Eritrea stammenden Mann seinen Deutschen Schäferhund gestohlen. Sie hinterließen eine rassistische Botschaft. Inzwischen ist das Tier wieder aufgetaucht.

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Rassisten klauen Schäferhund

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Die unbekannten Diebe hatten sich offenbar aus rassistischen Gründen an der Herkunft des Besitzers gestört, wie die Polizei berichtete. Der Mann, der in Altenstadt (Wetterau) lebt, stammt aus Eritrea.

Sein Hund wurde demnach in der Nacht von Sonntag auf Montag aus seinem Zwinger gestohlen. Der Besitzer bemerkte das Fehlen des Hundes am Montagmorgen. Vor dem Zwinger fand er laut Polizei einen Zettel mit einer "rassistischen Mitteilung". Diese solle sich inhaltlich damit befasst haben, dass ein Deutscher Schäferhund nicht in den Besitz eines Menschen aus Eritrea gehöre, wie zunächst die Wetterauer Zeitung berichtete.

Tier herrenlos aufgefunden

Der Schäferhund wurde bald darauf streunend aber unverletzt im Bereich Bad Vilbel aufgegriffen und dort zunächst in ein Tierheim gebracht. Wie die Polizei am Donnerstag auf Anfrage berichtete, konnte sein Besitzer ihn wieder zu sich holen.

Die Beamten ermitteln nun wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs, aber auch zu der rassistischen Nachricht. Ob der Mann schon zuvor rassistische Anfeindungen oder Bedrohungen erlebt habe, werde ebenfalls noch überprüft.

Gemeinde mit überdurchschnittlich vielen NPD-Wählern

Altenstadt war im Herbst 2019 bundesweit in die Kritik geraten, weil der Ortsbeirat den NPD-Politiker Stefan Jagsch zum Vorsteher gewählt hatte. Kurz darauf wurde Jagsch, stellvertretender Landesvorsitzender der rechtsextremen Partei, wieder als Ortsvorsteher abgesetzt.

Bei den Kommunalwahlen im März 2021 erhielt die NPD in Altenstadt 11,1 Prozent der Stimmen - mehr als irgendwo sonst in Hessen.

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