Röntgenaufnahme des beschlagnahmten Koffers mit den Glasaalen - daneben ein Glasaal-Exemplar auf einer Hand
Röntgenaufnahme des Schmuggelguts - im Koffer fanden die Zollfahnder rund 2.000 Glasaale. Bild © Zollfahndungsamt Frankfurt am Main, picture-alliance/dpa

Ein außergewöhnlicher Fund des Frankfurter Zolls ist im Rhein in die Freiheit entlassen und so vor dem Kochtopf gerettet worden: Die 2.000 geschmuggelten Baby-Aale waren für asiatische Gourmets bestimmt. Die Gewinnmargen sind beim Handel mit den geschützten Tieren enorm.

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Noch ziemlich klein, haben die rund 2.000 Jungaale, auch Glasaale genannt, schon eine aufregende Zeit hinter sich. Zollbeamte am Frankfurter Flughafen hatten die Tiere am 28. November bei der Sicherheitskontrolle im Koffer einer malaysischen Transitreisenden aufgespürt.

In dem Koffer entdeckten die Mitarbeiter der Luftsicherheitskontrolle zwei Styroporboxen mit insgesamt acht wassergefüllten Plastiktüten, darin die 2.000 Fische. Für die gewerbliche Ausfuhr hätte eine Genehmigung vorliegen müssen, was nicht der Fall war. So beschlagnahmte der Zoll die Tiere und sorgte zunächst für eine artgerechte Unterbringung.

Potenzmittel und Delikatesse

Woher die Glasaale stammen, ist noch nicht klar. Vermutlich wurden sie in Frankreich, Portugal oder Spanien in Flussmündungen gefangen. Weil sie in Asien als Delikatesse gelten und man ihnen zudem potenzsteigernde Wirkung nachsagt, werden sie dort mit ähnlich hohen Gewinnmargen wie bei Drogen gehandelt. Während 1.000 Aale in Europa einen Wert von einigen Hundert Euro haben, liegt er in Asien bei mehreren Tausend Euro.

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Glasaale - in großer Menge

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Darum ist der Handel mit Baby-Aalen so gewinnbringend

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Obwohl die ungenehmigte Ausfuhr eine Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist, muss die Besitzerin des Koffers vorerst nicht mit einer Bestrafung rechnen. "Zum Zeitpunkt der Kontrollmaßnahmen und Feststellungen saß sie im Flieger nach Vietnam und der hatte bereits abgehoben", sagte Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts.

Rote Liste statt Speisekarte

Die Tiere wurden am Dienstagmittag im rheinland-pfälzischen Heidesheim in den Rhein ausgesetzt. Das Auswildern geschmuggelter Tiere sei bisher beispiellos in Deutschland, teilte das Zollfahndungsamt Frankfurt mit.

Die Aalbestände im Rhein sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen, immer mal wieder wurden deshalb Jungtiere in den Fluss eingesetzt. Sowohl in Hessen als auch in Rheinland-Pfalz steht der Aal auf der Roten Liste gefährdeter Arten - und daher unter besonderem Schutz.