Brand auf Campingplatz in Hosenfeld (Vogelsberg)

Ein brennender Wohnwagen wurde für einen Camper beinahe zur tödlichen Falle. Doch der 73-Jährige überstand den Anschlag nach einem Streit mit einem jüngeren Mann. Der steht nun vor Gericht.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Prozess am Landgericht Fulda wegen versuchten Mordes auf einem Campingplatz

Foto des Gerichtssaals -  mit der angeklagten Person, Anwälten und Richter, alle stehend.
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Mit einem Geständnis hat am Landgericht Fulda der Prozess wegen versuchten Mordes auf einem Campingplatz begonnen. Der Angeklagte räumte am Donnerstag zum Auftakt ein, im Sommer 2016 mehrere Brände auf der Anlage in Hosenfeld (Fulda) gelegt zu haben.

Bei einem der Brandanschläge zündete der 28-Jährige einen bewohnten Wohnwagen an. Laut Staatsanwalt wusste er, dass darin ein Mann schlief. Mit dem war er zuvor in Streit geraten.

Opfer des Brandanschlags in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai 2016 war ein 73-Jähriger. Er konnte sich aber befreien, bevor sich das Feuer ausbreitete und zur tödlichen Falle wurde. Er blieb unverletzt.

Katalog-Attacke mit Steinwurf beantwortet

Der Angeklagte, der als junger Eigenbrötler ohne soziale Kontakte auf dem Platz galt, hatte sich vor dem Anschlag mit dem 73-Jährigen gestritten. Das Opfer sagte aus, dass ihm der junge Mann bei der ersten Begegnung plötzlich und grundlos einen Katalog an den Kopf geworfen habe. Der ältere Mann beantwortete dies entrüstet und wütend mit einem Steinwurf.

Rund drei Wochen später brannte es erneut auf dem Campingplatz. Zwei Wohnwagen samt Holz-Vordächern gingen in Flammen auf, ebenso ein Kleinbus, der vollständig ausbrannte. Laut Polizei wurden Brandsätze aus Grillanzündern benutzt. Auch ein Radlader und zwei Aufsitzrasenmäher wurden beschädigt. Der Sachschaden summierte sich auf über 50.000 Euro.

Angeklagter entschuldigt sich

Platzbewohner konfrontierten den jungen Mann danach mit den Bränden. Der habe darauf geantwortet, dass es ihm leid tue. Die Vorwürfe, dass er der Feuerteufel sein könne, ließ er laut Zeugen unwidersprochen. Dies sagte auch der 73 Jahre alte Geschädigte, der am Donnerstag vor Gericht vernommen wurde.

Der Prozess hatte eigentlich bereits Anfang September 2020 starten sollen. Doch der Angeklagte erschien nicht. Die Polizei fahndete nach dem aus Eckernförde (Schleswig-Holstein) stammenden Mann und nahm ihn in Norddeutschland fest. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Bei der Prozess-Fortsetzung am 25. Februar sind weitere Zeugenaussagen vorgesehen. Ein Urteil soll am 31. März gesprochen werden.

Sendung: hr4, 04.02.2021, 14.30 Uhr