Brand auf Campingplatz in Hosenfeld (Vogelsberg)

Das Landgericht Fulda hat einen 28 Jahre alten Brandstifter zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte auf einem Campingplatz in Hosenfeld sein Unwesen getrieben. Mehrmals brannten dort Wohnwagen – in einem Fahrzeug schlief ein Bewohner.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Prozess-Urteil nach lebensgefährlichen Brandanschlägen auf Campingplatz

Foto von einem Prozess im Gerichtssaal.
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Im Prozess um Brandanschläge auf einem Campingplatz in Hosenfeld (Fulda) ist das Urteil gesprochen worden. Das Landgericht Fulda verhängte gegen den 28 Jahre alten Angeklagten am Donnerstag eine Haftstrafe von vier Jahren.

Verurteilt wurde der laut Gutachter psychisch beeinträchtigte Mann allerdings nicht wie ursprünglich angeklagt wegen versuchten Mordes, sondern wegen versuchter besonders schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung. Der Richter konnte am Ende doch keine Tötungsabsicht erkennen.

Mit dem Strafmaß entsprach das Gericht weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte auf vier Jahre und drei Monate Haft plädiert. Die Anklage sah versuchten Mord durchaus als gegeben an, weil der Täter heimtückisch gehandelt habe. Zudem seien bei ihm Grillanzünder gefunden worden. Die gleichen wie am Tatort benutzt wurden - obwohl er gar kein Grillgerät besaß.

Streit mit Wohnwagen-Besitzer

Die Verteidigung hingegen bat um einen Freispruch, weil keine stichhaltigen Beweise wie etwa Fingerabdrücke oder DNA-Spuren vorgelegen hätten. Der Angeklagte bestritt die Tat. Er habe mit den Bränden nichts zu tun gehabt, sagte er im Prozessverlauf, bedauerte aber das Geschehene. Ein Gespräch des 28-Jährigen mit Campern nach der Tat wertete das Gericht als Quasi-Geständnis.

Dem Mann war zur Last gelegt worden, im Sommer 2016 mehrere Bränden auf der Anlage gelegt zu haben. Bei einem der Anschläge zündete er demnach einen bewohnten Wohnwagen an. Laut Staatsanwalt wusste der 28-Jährige, dass darin ein Mann schlief. Mit dem 73-Jährigen war er zuvor in Streit geraten. Das Opfer konnte sich aus dem Wohnwagen befreien, bevor sich die Flammen ausbreiteten. Er blieb unverletzt.

Hoher Sachschaden bei weiteren Bränden

Rund drei Wochen nach diesem Feuer brannte es erneut auf dem Campingplatz. Zwei Wohnwagen samt Holz-Vordächern gingen in Flammen auf, ebenso ein Kleinbus, der vollständig ausbrannte. Laut Polizei wurden Brandsätze aus Grillanzündern benutzt. Auch ein Radlader und zwei Aufsitzrasenmäher wurden beschädigt. Der Sachschaden summierte sich auf über 50.000 Euro.

Platzbewohner konfrontierten den 28-Jährigen daraufhin mit den Bränden. Der habe darauf geantwortet, dass es ihm leid tue. Die Vorwürfe, dass er der Feuerteufel sein könne, ließ er laut Zeugen unwidersprochen. Dies sagte auch der 73 Jahre alte Geschädigte, der im Februar vor Gericht vernommen worden war.

Sendung: hr4, 01.04.2021, 16.30 Uhr