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Mordanklage nach 28 Jahren

Eingang zum Sitz der Staatsanwaltschaft in Frankfurt

Vor 28 Jahren wurde in Frankfurt bei einem Überfall ein Optiker getötet. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Mann aus Ober-Ramstadt erhoben. Auf seine Spur kamen die Ermittler, als sie DNA-Spuren neu auswerteten.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat in einem 28 Jahre alten Fall Mordanklage erhoben. Sie geht davon aus, dass im Januar 1994 ein heute 48-Jähriger gemeinsam mit einem weiteren Mann einen Optiker in Frankfurt tötete, teilte die Behörde am Dienstag mit. Die Männer sollen ihr Opfer demnach aus Habgier in dessen Kontaktlinsengeschäft überfallen haben. Der damals 29 Jahre alte mutmaßliche Mittäter sei dort Kunde gewesen.

Die Männer fesselten und knebelten den Optiker und verbanden ihm die Augen, um die Geschäftsräume in der Großen Eschenheimer Straße nach Wertgegenständen zu durchsuchen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

"Wuchtige Messerstiche" in den Hals

Doch das Opfer konnte sich befreien. Um zu verhindern, dass der Optiker seinen Kunden erkennt, sollen ihn die Männer mit "wuchtigen Messerstichen" in den Hals und durch Würgen mit einem Schal ermordet haben. Einer der Stiche habe bis auf die Wirbelsäule gereicht, das Würgen sei so stark gewesen, dass dem Opfer das linke Schildknorpelhorn brach.

Die mutmaßlichen Täter flohen dann mit mehreren Bankkarten und Euroschecks, mindestens 1.000 D-Mark in bar und der Armbanduhr des 60-jährigen Opfers.

DNA-Spuren führen zum Verdächtigen

Die Ermittlungen verliefen damals erfolglos. Im Dezember 2017 wurden sie wieder aufgenommen, die noch vorhandenen Asservate nach heutigen Standards untersucht. DNA-Spuren, die 1994 am Tatort gesichert worden waren, führten den Angaben zufolge zu einem dringenden Tatverdacht gegen den nun Angeklagten aus Ober-Ramstadt. Er wurde im März 2021 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Zu den Vorwürfen äußerte er sich bisher nicht, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Da er zum Tatzeitpunkt 20 Jahre alt war, wurde Anklage zur Jugendkammer des Landgerichts Frankfurt erhoben. Sie lautet auf gemeinschaftlichen Mord und Raub mit Todesfolge.

Der damals 29-jährige mutmaßliche Mittäter ist den Angaben zufolge Türke. Er soll sich spätestens ein Jahr nach der Tat in seine Heimat abgesetzt haben, das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt.

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