Beschädigte Bushaltestelle am Frankfurter Opernplatz nach nächtlicher Randale

Ein halbes Jahr nach den massiven Ausschreitungen am Frankfurter Opernplatz hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sieben Männer erhoben. Der Prozess soll noch in diesem Monat beginnen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Opernplatz-Randale: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen sieben Männer

Gesperrter Opernplatz in Frankfurt
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Mehrere verletzte Polizisten und rund 15.000 Euro Sachschaden: Die Randale im Sommer am Frankfurter Opernplatz hat nun auch ein juristisches Nachspiel. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft erhob ein halbes Jahr nach den Ausschreitungen Anklage gegen sieben Männer im Alter von 18 bis 31 Jahren.

Sie wirft ihnen Landfriedensbruch in einem besonders schweren Fall, tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte und versuchte gefährliche Körperverletzung vor. Der Prozess soll bereits in zweieinhalb Wochen beginnen, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte.

Glasflaschen auf Polizisten und Einsatzwagen

An dem Juli-Wochenende hatten etwa 3.500 junge Menschen zunächst friedlich rund um den Opernplatz gefeiert. Der Platz in der Innenstadt hatte sich während der Corona-Krise zu einem Party-Hotspot entwickelt. In den frühen Morgenstunden kippte die Stimmung dann.

Laut Anklage "rotteten" sich überwiegend junge Männer "zusammen", aus dem Schutz der Menschenmenge heraus wurden Glasflaschen auf Polizisten und deren Einsatzfahrzeuge geworfen. Fünf Beamte seien trotz umfangreicher Schutzausrüstung verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft konnte wegen der unübersichtlichen Lage allerdings nicht feststellen, wer genau die Flaschen warf, die zu den Verletzungen führten.

Beschuldigte überwiegend aus Frankfurt

Einer der Angeklagten soll die Randalierer angefeuert haben, in dem er Beleidigungen in Richtung Polizei skandiert habe. Laut Staatsanwaltschaft kommen die meisten Beschuldigten aus Frankfurt.

Insgesamt hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen 15 Verdächtige ermittelt und drei Verfahren an andere Staatsanwaltschaften abgegeben, da die mutmaßlichen Randalierer außerhalb Frankfurts wohnten. In einem Fall sei das Verfahren wegen unbekannten Wohnorts eingestellt worden, in vier Fällen ließ sich eine Tatbeteiligung nicht ermitteln, zwei weitere Fälle gegen Jugendliche seien noch offen.

Nach dem Vorfall hatte die Stadt an Wochenenden für die Zeit ab Mitternacht bis zum Morgen ein Betretungsverbot für den Opernplatz erlassen. In der Innenstadt und auf dem Platz waren zahlreiche Polizisten im Einsatz. Weitere Zwischenfälle blieben aus.

Sendung: hr-iNFO, 02.02.2021, 10:00 Uhr