Bitcoin (dpa)

Eine ältere Frau aus dem Kreis Groß-Gerau ist auf Betrüger im Internet hereingefallen. Im Glauben, die Kryptowährung Bitcoin zu erwerben, überwies sie eine siebenstellige Summe auf ausländische Konten.

Wie das Polizeipräsidium Südhessen am Mittwoch mitteilte, wollte die Seniorin ihr Vermögen aus einem Hausverkauf gewinnbringend anlegen. Die Frau aus dem Kreis Groß-Gerau recherchierte im Internet und stieß auf eine Bitcoin-Werbung. Über ein Portal nahm sie Kontakt auf und begann im Jahr 2019 damit, hohe Geldbeträge auf verschiedene, teils ausländische Konten einzuzahlen.

Dabei kamen mehr als eine Million Euro zusammen. Die Betrüger schafften es anscheinend, mittels häufiger Telefonate eine Beziehung und womöglich ein Vertrauensverhältnis zu der Frau aufzubauen.

Kaum Chancen darauf, Geld zurückzuerhalten

Erst jetzt erstattete sie Anzeige, nachdem all ihre Bemühungen fehlgeschlagen waren, an ihr eingezahltes Geld zu gelangen. Zuletzt sollte sie noch einmal 90.000 Euro überweisen, um die Hälfte ihrer vermeintlichen Einlagen zurückzuerhalten und um angeblich Steuern und Gebühren abzuwenden. Die Beamten vom Rüsselsheimer Betrugskommissariat schätzen die Aussichten, dass die Seniorin jemals wieder an ihr Geld kommt, als äußerst gering ein.

Angesichts dieses drastischen Betrugsfalls weist die Polizei darauf hin, dass das Versprechen traumhafter Renditen ein Warnsignal für Anlagebetrug sein kann. Kriminelle könnten sich die oft undurchsichtige Komplexität angebotener Finanzprodukte zunutze machen. Wichtig sei, auf den Firmensitz zu achten: Befinde sich dieser im Ausland oder gar in einer Steueroase, sei höchste Vorsicht geboten. Vor einem Vertragsabschluss solle man andere Angebote zum Vergleich einholen oder eine Verbraucherzentrale zu Rate ziehen.

Sendung: hr4, hessenschaureport, 24.02.2021, 17.30 Uhr