Krätze

Die Zahl der gemeldeten Krätze-Fälle in Hessen hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Besonders betroffen ist ein Landkreis in Osthessen. Das Sozialministerium hat eine Erklärung für den Anstieg der Fälle.

Es brennt und juckt auf der Haut, besonders nachts: Die Krätze ist in Hessen zuletzt häufiger gemeldet worden. Im vergangenen Jahr waren es landesweit 424 Fälle der ansteckenden Hautkrankheit, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte. 2017 seien es lediglich 204 Fälle, im Jahr 2016 nur 85 Fälle gewesen.

Der Anstieg der Zahlen könnte auch mit einer strengeren Meldepflicht für Krätze zusammenhängen: Im Juli 2017 sei eine Meldepflicht für bestimmte Einrichtungen hinzugekommen, erklärte das Ministerium.

Grundsätzlich sind Einzelfälle von Krätze nicht meldepflichtig. An Orten, wo viele Menschen zusammenkommen, allerdings schon. Tritt die Krankheit in Schulen, Kinderheimen und Kitas auf, muss dies gemeldet werden. Außerdem gilt seit Mitte Juli 2017 auch Meldepflicht für Bewohner und Personal von Einrichtungen wie Asylunterkünften, Pflegeheimen und Gefängnissen.

Landkreis Fulda besonders betroffen

Besonders stark verbreitet hat sich die Krätze zuletzt beispielsweise im Landkreis Fulda. Hier gab es im Jahr 2018 mit 111 Meldungen ebenfalls einen deutlichen Anstieg. Zuvor waren es 29 Fälle (2017) und 48 Fälle (2016), wie der Kreis auf Anfrage mitteilte. Bei einigen Betroffenen sei die Erkrankung aber auch mehrfach aufgetreten und wiederholt gemeldet worden.

Nach Einschätzung des Gesundheitsamts in Fulda ist die Häufigkeit der Erkrankung auf die Bevölkerung bezogen aber immer noch "als gering einzustufen". Der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Helmut Ernst, sagte: "Krätze ist zwar von den Leitern verschiedener Einrichtungen zu melden, allerdings nicht an übergeordnete Behörden übermittlungspflichtig." Somit stünden Vergleichszahlen zur Beurteilung in Deutschland nicht zur Verfügung.

Keine Ansteckung durch Händeschütteln

Krätze wird durch die Skabiesmilbe verursacht und übertragen. Anzeichen sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) ein Brennen der Haut und Juckreiz, der besonders nachts stark ausgeprägt ist. Als Reaktion auf Eier und Ausscheidungen der Milben bilden sich stecknadelgroße Bläschen, gerötete Knötchen oder Pusteln.

Bis erste Symptome nach einer Infektion auftreten, vergehen zwei bis fünf Wochen. Dafür muss die Person laut RKI aber mindestens zehn Minuten Hautkontakt mit einem Erkrankten gehabt haben. Allein Händeschütteln reiche für eine Ansteckung nicht aus, so ein Sprecher des Berufsverband der Deutschen Dermatologen.