Polizist von hinten, auf der Jacke steht in großen Lettern "Polizei". Daneben ein Polizei-Auto mit Blaulicht. Sujetbild.

Mit einer Großrazzia in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen ist die Polizei gegen ein Neonazi-Netzwerk vorgegangen. Im Lahn-Dill-Kreis kam sie in die Kanzlei eines bekannten Szene-Anwalts.

Bei der großangelegten Razzia ging es vor allem um den Verdacht des organisierten Drogenhandels und der Geldwäsche. Die betroffenen Gruppierungen sind die beiden Bruderschaften "Turonen" und "Garde 20". Sie sollen seit Jahren weite Teile des Drogenhandels in Thüringen organisiert haben.

Eine der Durchsuchungen fand in Hessen statt: in Schöffengrund (Lahn-Dill) bei einem Anwalt. Nach hr-Informationen soll es sich dabei um den rechten Szeneanwalt Dirk Waldschmidt handeln. Er soll geholfen haben, das Drogengeld zu waschen, wie der MDR berichtete. Nähere Informationen zu den Ergebnissen der Durchsuchung gab es zunächst nicht.

Erster Verteidiger des Hauptangeklagten im Lübcke-Prozess

Waldschmidt erlangte als erster Verteidiger Stephan Ernsts im Lübcke-Prozess bundesweite Bekanntheit, weil der Kasseler Neonazi sich von ihm im Streit trennte. Später war Ernst dem 55-Jährigen vor, ihm finanzielle Hilfen aus der rechten Szene im Gegenzug zur Entlastung eines Mitangeklagten angeboten zu haben. Das Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte Ernst im Januar für den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) zu einer lebenslangen Haftstrafe.