Falsches Arabisch Frankfurt

Klassischer Fall von gut gedacht, aber schlecht gemacht: In einer Frankfurter U-Bahn werden Fahrgäste auf Plakaten in mehreren Sprachen begrüßt. Beim Arabischen ist den Übersetzern allerdings ein entscheidender Fehler unterlaufen.

“Next stop: Frankfurt main station. Exit on the left.” Während Passagiere im Frankfurter Nahverkehr schon seit einiger Zeit in bestem Computer-Englisch auf innerstädtische Haltestellen samt Umsteigemöglichkeiten hingewiesen werden, schreitet die Internationalisierung jetzt auch optisch voran.

Von rechts nach links

Mit großflächigen Aufklebern werden Reisende aus aller Herren Länder in einem U-Bahn-Zug nämlich aufs Herzlichste in ihren jeweiligen Landessprachen begrüßt. Polnisch, Rumänisch, Kroatisch, Chinesisch, Türkisch oder auch ein ganz schnödes "Willkommen": Hier kommt fast jeder auf seine muttersprachlichen Kosten - oder kann zumindest seine Fremdsprachenkenntnisse überprüfen.

Nur beim Arabischen wird es mit dem Übersetzen nicht ganz so einfach. Zwar bedeutet der dort abgedruckte Schriftzug ebenfalls "Herzlich Willkommen", allerdings müsste sich der Leser für eine korrekte Ansicht auf den Kopf stellen. Denn ganz offenbar haben die Gestalter der Plakate nicht bedacht, dass man im Arabischen die Buchstaben verbindet und - ganz wichtig - von rechts nach links schreibt.

Die Idee mit der Aufschrift in der U-Bahn ist ja ganz schön, liebe @vgf_ffm . Aber schade, dass Euch niemand gesagt hat, dass man im Arabischen von rechts nach links schreibt. Und die Buchstaben verbindet. Also so: اهلا وسهلا

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Frei ins Deutsche übersetzt steht dort also: "nemmoklliW hcilzreH". So gesehen am Mittwoch von einem Redakteur von hessenschau.de in einer U-Bahn, die zwischen Südbahnhof und dem Frankfurter Norden verkehrt.

VGF spricht von Einzelfall

Die städtische Verkehrsgesellschaft VGF reagierte angesichts derlei missverständlicher Willkommenskultur zunächst überrascht. "Wir versuchen bereits herauszufinden, wer die Aufkleber hat produzieren lassen und bessern nach", hieß es in einer ersten Stellungnahme des Unternehmens. Schließlich wolle man nicht mit einer falschen Begrüßung "weiter spazieren fahren".

Wenig später war der Schuldige dann gefunden - und das offenbar schon im vergangenen Jahr. Wie die VGF am Mittwochnachmittag erklärte, wurde der Fehler bereits kurz nach dem Anbringen der Plakate im November 2017 festgestellt und korrigiert. Nur eben an jener einen Stelle nicht.

Da habe jemand die sprichwörtliche Stecknadel im Heuhaufen ausgemacht, sagte ein Sprecher. Man wolle jetzt aber auch hier zügig nachbessern. Richtig heißen müsste es übrigens: أهلا وسهلا - ausgesprochen etwa "Ahlan wa Sahlan".