Aufräumarbeiten Salzbachtalbrücke

Zwei Wochen ist es her, dass die Salzbachtalbrücke der A66 bei Wiesbaden gesprengt wurde. Ihre Überreste werden nun fachmännisch beseitigt - unter Hochdruck. Unsere Reporterin hat Eindrücke von der großen Aufräumaktion gesammelt.

Videobeitrag

Video

zum Video Aufräumen an der Salzbachtalbrücke

hs_221121
Ende des Videobeitrags

Das Areal gleicht einem riesigen Männerspielplatz. Schwere Baufahrzeuge kurven hin und her, ein gutes Dutzend Bagger zerlegt mit Meißel und Zange das, was von der Wiesbadener Salzbachtalbrücke übrig ist. Viel ist es nicht – graue Betonbrocken, Stahltrossen und sehr viel Staub.

Die Aufräumarbeiten nach der Sprengung am 6. November laufen auf Hochtouren und kommen gut voran, freut sich Matthias Achauer von der Autobahn GmbH des Bundes: "Wir sind dadurch, dass die Brücke günstig gefallen ist, zufrieden mit dem Baufortschritt. Die Bagger kamen gut ran an die Trümmer und konnten das gut bewältigen."

Erde, Stahl und Schönheitsreparaturen

Insgesamt 110.000 Tonnen Material müssen beiseite geschafft werden. Nicht nur die Reste der Brücke selbst, sondern auch das Erdreich, das man als Puffer aufgetürmt hatte, um die Erschütterungen der Sprengung zu dämpfen.

Ein Aufwand, der sich gelohnt hat: Wichtige Erdkabel für die Stromversorgung in Wiesbaden und für die Steuerung der Deutschen Bahn sind heil geblieben, nur am historischen Anwesen der Hammermühle zeigen sich offenbar Risse, die noch begutachtet werden müssen. "Es kann sein, dass wir da noch ein paar Schönheitsreparaturen machen müssen", sagt Matthias Achauer.

Alle zwei bis drei Minuten setzt sich ein sogenannter Dumper quer über das Gelände in Bewegung, ein Kipplaster mit riesigen Rädern, randvoll mit Schutt. Diese Monstermaschinen haben keine Straßenzulassung, deshalb muss das Abbruchgut am Rand der Baustelle noch einmal umgeladen werden, bevor es auf die Deponie geht.

Audiobeitrag

Audio

Audioseite Was mit den Überresten der Salzbachtalbrücke geschieht

Baustellenbesichtung an der Salzbachtalbrücke.
Ende des Audiobeitrags

Dabei werden Beton, Stahl und Erde bereits getrennt. Einiges davon kann wiederverwendet werden. Der Beton etwa im Straßenbau als Fundament für ein Einfamilienhäuser.

Erkenntnisse für zukünftige Brücken

Aus den Trümmern hat man auch die sogenannten Rollenlager geborgen, deren Kollaps im Juni den Brückenschaden verursacht haben sollen, was die sofortige Vollsperrung der A66 veranlasste. Sie sollen untersucht werden. Bahnbrechende neue Erkenntnisse erwartet man davon allerdings nicht, betont Achauer.

Zwar erhoffe man sich Hinweise für zukünftige Brückenbauwerke, so Achauer: "Aber bezogen auf den jetzigen Schadensfall sind sich die Professoren so sicher, dass sie sagen, dass sich da nichts mehr an dem ändern wird, was sie festgestellt haben."

Züge sollen vor Weihnachten wieder fahren

Die Anwohner haben hier in den letzten Wochen viel aushalten müssen, Lärm vor allem. Deshalb ist spätestens um 20 Uhr Feierabend auf der Baustelle. Auch wenn Schnelligkeit das oberste Gebot ist. Im Bereich der Bahntrasse und der Bundesstraße, die unter der Brücke verliefen, sind die Trümmer bereits beseitigt.

Spätestens am 4. Dezember soll das Baufeld der Deutschen Bahn übergeben werden. Ziel sei es, dass noch vor Weihnachten wieder Züge von und zum Hauptbahnhof Wiesbaden fahren können, sagt Achauer. Die Arbeiten an der Bundesstraße 263 sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.

Der Neubau der Salzbachtalbrücke ist auch schon im Gange, ein großes Bohrgerät treibt gerade die Pfähle für ihre Gründung 46 Meter tief ins Erdreich. Ob man den Neubau beschleunigen kann, ist auch eine Frage des Schallschutzes. Darüber ist die Autobahn GmbH gerade im Gespräch mit der Baufirma. Vermutlich wird es bis Mitte 2023 dauern, ehe die A66 wieder für den Verkehr freigegeben werden kann.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen