Artisten auf einem Todesrad in einer Zirkusvorstellung
Artisten auf einem Todesrad (Archivbild) Bild © Imago Images

Ein Artist ist mit seinem Versuch gescheitert, für seinen Sturz vom Todesrad einen gemeinnützigen Verein in Darmstadt haftbar zu machen. Er hatte sich die Ferse gebrochen.

Ein Artist hatte vor mehreren Jahren bei einem Weihnachtszirkus in Darmstadt eine sogenannte Todesrad- und Hochseilnummer angeboten. Der Veranstalter des Zirkus, ein gemeinnütziger Verein, hatte bei einer zusätzlichen Kinderveranstaltung, bei der Kinder eigene Kunststücke zeigen durften, die Sicherungsgewichte des Todesrads verwendet.

Als der Artist bei seiner anschließenden Vorstellung sechs Meter in die Tiefe stürzte und sich eine Ferse brach, machte er dafür den Verein verantwortlich: Eines der Gewichte sei bei der Kindervorstellung verschoben worden. Er wollte fast 100.000 Euro Schmerzensgeld.

Sicherungsgewichte beeinflussen Standsicherheit kaum

Das Oberlandesgericht (OLG) in Frankfurt bezweifelte jedoch in einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss (Az. 13 U 213/17), dass die Lage der tonnenschweren Gewichte die Standsicherheit des Todesrads überhaupt beeinflusste. Der zugezogene Sachverständige habe keinen Zusammenhang feststellen können, schrieb das Gericht. Selbst ein begrenzt verschobenes Gewicht habe demnach keinen wesentlichen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Abspannung des Todesrads.

Das OLG wies die Schadenansprüche des Artisten zurück. In einem Urteil vom Juni 2017 hatte bereits das Landgericht Darmstadt die Klage des Mannes abgewiesen.