Asiatische Mücke Aedes koreicus
Asiatische Mücke Aedes koreicus Bild © Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

In Wiesbaden ist eine asiatische Stechmückenart nachgewiesen worden, die in Deutschland bislang unbekannt war. Sie gelangte vermutlich per Fracht zu uns und kann auch Krankheiten übertragen.

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Die Forscher der Senckenberg-Gesellschaft und der Goethe-Universität in Frankfurt fingen vier der Mücken "Aedes koreicus" in einer aufgestellten Mückenfalle ein, wie die Wissenschaftler am Mittwoch mitteilten. Auf einer Wasserfläche in Wiesbaden entdeckten sie auch Larven der Stechmückenart.

Die Mücke Aedes koreicus stammt aus Korea, Japan, China und Russland. Sie gelangte vermutlich per Frachter oder Flugzeug nach Europa. Diese Mückenart könne "nachgewiesenermaßen das Virus der Japanischen Enzephalitis übertragen". Laborversuche hätten zudem gezeigt, dass die Mücken das Chikungunya-Virus verbreiten können. Auch eine Infektion mit Fadenwürmern über diese Mücken sei möglich.

Aedes koreicus ist nicht die erste exotische Mückenart, die sich bei uns angesiedelt hat. Auch die Asiatische Tigermücke und die Asiatische Buschmücke gibt es in Deutschland bereits. Die neue Art wurde bereits 2015 mit einem einzelnen Exemplar in Bayern nachgewiesen, wie die Forscher berichten.

Offenbar schon hier überwintert

Die Population in Wiesbaden sei später im Rahmen eines bundesweiten Stechmücken-Monitorings aufgetaucht - und zwar bereits 2017. Im Mai und Juni 2018 seien an derselben Stelle erneut Larven und Puppen dieser Mückenart nachgewiesen worden. Wahrscheinlich habe eine ganze Population in Hessen überwintert und fange an, sich in Deutschland auszubreiten.

Aedes koreicus wurde in Europa erstmals 2008 in Belgien gemeldet. Das Europäische Seuchenzentrum geht inzwischen davon aus, dass sich die Art in Belgien, Italien, der Schweiz und in Ungarn etabliert hat. Eine weitere Ausbreitung liege nahe, "denn das Ausbreitungspotenzial und die klimatischen Vorlieben ähneln denen der bereits in Deutschland heimischen Asiatischen Tigermücke und Asiatischen Buschmücke", sagte Senckenberg-Expertin Antje Steinbrink.

Nach Ansicht der Forscher könnten Behörden versuchen, die Ausbreitung dieser Stechmückenart noch zu stoppen. Bei kleinen Polulationen sei es noch möglich, sie zurückzudrängen. Bei großflächiger Ausbreitung sei diese Chance jedoch vertan.