In Frankfurt sind Exemplare der Asiatischen Tigermücke gefangen worden. Nun bittet die Landesregierung Bürger um Hilfe, damit sich das krankheitsübertragende Insekt nicht weiter vermehrt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Parasitologe Sven Klimpel zu Tigermücken in Frankfurt

Fiese Krankheitsüberträger in Deutschland
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Erstmals wurde die Asiatische Tigermücke im Jahr 2018 in Frankfurt entdeckt - jetzt sind weitere Exemplare des potenziellen Krankheitsüberträgers im Stadtgebiet nachgewiesen worden, wie das hessische Sozialministerium am Mittwoch mitteilte.

Eigentlich stammt die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) aus Südostasien. 1979 wurde sie zum ersten Mal in Europa entdeckt, 2007 erstmals in Deutschland. In einigen Regionen der Republik hat die Tigermücke nach Angaben des Ministeriums inzwischen bereits überwintert und sich dauerhaft angesiedelt.

Die Mücke ist potenzielle Überträgerin verschiedener hauptsächlich in wärmeren Regionen vorkommender Krankheitserreger wie beispielsweise dem Dengue- oder Chikungunyavirus. Das durch den Denguevirus ausgelöste Denguefieber kann bei schwerem Verlauf für den Menschen tödlich sein. Allerdings muss die Tigermücke zunächst einen infizierten Menschen stechen, der solche Viren im Blut aufweist, um selbst Überträger werden zu können.

Aufruf zur Mückenbekämpfung

Nun hofft die Landesregierung auf den Einsatz der Bürger. Um den Mücken das Brüten und somit die Vermehrung zu erschweren, bittet sie insbesondere in den Sommermonaten darum, folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Wasseransammlungen in Blumentopfuntersetzern, ungenutzten Gießkannen oder Eimern sollten vermieden und Regentonnen abgedeckt werden.
  • Wasser in Vogeltränken oder Planschbecken sollte mindestens einmal wöchentlich ausgetauscht werden.
  • Zudem sollten Regenrinnen mehrmals im Jahr vom Laub befreit werden, damit sich kein Wasser darin staut.
  • Bei der Grabpflege auf dem Friedhof empfiehlt es sich, ungenutzte Blumenvasen auf den Kopf zu stellen und Gießkannen zu leeren.

Bürger halfen beim Mückenatlas

Entdeckt wurde die Tigermücke übrigens auch dank der Hilfe von Bürgern, die gefangene Exemplare zur Bestimmung beim Mückenatlas einschickten.

Der Mückenatlas ist ein Projekt des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Mückenexemplare bestimmt und in einer Karte Übersicht darüber gibt, wo welche Mückenarten auftreten. Die Daten sollen Informationen über das Ausbreitungsmuster der Stechmücken liefern und helfen, die Asiatischen Tigermücke zu bekämpfen.

Weitere Informationen zur Asiatischen Tigermücke bietet das Hessische Sozialministerium.

Sendung: hr-iNFO, 18.09.2019, 14.00 Uhr