Vogeldreck bedeckt ein Auto in Wiesbaden
Die ganze Vogelschar: Die Nerven der Wiesbadener Autobesitzer müssen zur Zeit leiden. Bild © Johanna Mihm (maintower)

Alle Vöglein sind schon da: Wiesbadener leiden derzeit vor allem unter den dreckigen Hinterlassenschaften von Vogelscharen. Der Kot der Tiere setzt dem Autolack zu und verunreinigt Spielplätze. Abhilfe ist kaum möglich.

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Vogeldreck auf dem Lack ist ein Ärgernis für jeden Autofahrer, aber Wiesbadener Kfz-Besitzer brauchen derzeit richtig starke Nerven: Es geht nicht nur um einen Vogel und seine Hinterlassenschaften, es geht um tausende. Autos sind komplett voll mit Kotklecksen, auf Spielplätzen sind Rutschen und Schaukeln voll.

Vogelschar auf Durchreise

Wie es schon im Kinderlied heißt: Fink und Star und die ganze Vogelschar scheinen unterwegs zu sein. Die Stare sind momentan tatsächlich auf Durchreise auf dem Weg in den Süden, es könnte sich bei den Vogelscharen aber auch um Krähenkolonien handeln, sagt Berthold Langenhorst vom Nabu Hessen.

Bildcollage aus drei Fotos, die mit Taubendreck verschmutze Autos und Spielplatzgeräte zeigen
Der Dreck sammelt sich auf Autos und Spielplätzen - in der Adolfsallee ist es besonders schlimm. Bild © Johanna Mihm (maintower)

Eine Kolonie kann hunderte oder auch tausende Tiere umfassen. Im Herbst suchen sie tagsüber gemeinsam nach Nahrung - etwa in den Rhein- und Mainauen. Abends lassen sie sich auf "Schlafbäumen" nieder. "Dort lassen sie dann den Kot ab", weiß Langenhorst. Und der landet unter anderem auf Autos und Gehwegen. Oft kehren die Tiere wieder zu ihren Schlafbäumen zurück. Große Alleen wie die Adolfsallee in Wiesbaden könnten deswegen besonders beliebt sein.

Stadt Wiesbaden: "Alle Jahre wieder"

"Im Kot können Keime drin sein, die in manchen Fällen auch für Menschen nicht gesund sind", sagt Langenhorst. Bevor eine Kindergartengruppe also den verdreckten Spielplatz nutzt, solle der besser gereinigt werden. Rolf Hussing vom Umweltamt der Stadt Wiesbaden sagt, das Thema gebe es "alle Jahre wieder": Städte seien Anziehungspunkte bei der Nahrungssuche der Tiere.

"Es gibt keine Verdrängungsmethode", sagt Hussing. Spielplätze und Sitzbänke würden regelmäßig vom Grünflächenamt gereinigt. Ansonsten gehe es darum, dass der Mensch die Tiere eben auch dulden und erdulden muss.

Nabu-Experte Langenhorst rät, das Auto gleich woanders zu parken - und darauf zu hoffen, dass die Vögel weiterziehen und sich andere Schlafbäume suchen. Oder gleich weiter in den Süden fliegen. Wiesbaden sei für sie attraktiv, weil es relativ warm bleibt. Auch im Winter gebe es selten Frost.

Nur eine Lösung: Vogelsicherer Autolack

Deswegen wohnt dort auch ein anderer alter Bekannter der Wiesbadener Autobesitzer: Der grasgrüne Alexandersittich fühlt sich seit Jahren besonders wohl in der Landeshauptstadt. Seine Hinterlassenschaften greifen auch jeden Autolack an, das liege an der Harnsäure im Kot, sagt Langenhorst.

Die einzige Hilfe: Sofort abwaschen oder das Auto mit einer Plane abdecken. Denn für das Wiesbadener Vogeldreck-Problem gibt es sonst nur eine einzige Lösung, sagt Langenhorst: ""Man müsste einen vogelsicheren Autolack erfinden". Bis dahin hilft dann wohl nur Durchhalten und die Autowaschanlage.