Ein Plakat am Zugang zur B-Ebene des Hauptbahnhofs weist auf die Bauarbeiten hin.

Die schmuddelige B-Ebene des Hauptbahnhofs in Frankfurt soll freundlicher und übersichtlicher werden. Nun beginnen die Bauarbeiten. Bis 2024 soll es unter anderem 70 neue Geschäfte geben.

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Der Frankfurter Hauptbahnhof gehört zu den wichtigsten Verkehrsknoten bundesweit, vor der Corona-Krise zählte er täglich rund eine halbe Million Reisende und Besucher. Den unterirdische Bereich, in dem sich Geschäfte und die Zugänge zur U- und S-Bahn befinden, durchqueren die meisten Menschen schnell statt gerne. Dort sind in vielen dunklen Ecken Urin-Pfützen und Müll.

Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sagte am Montag: "Hier gibt es Angst-Räume. Wir wollen, dass der Ort seinen Schrecken verliert." Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) betonte: "Endlich sollen die Ecken weg, vor denen man Angst haben muss."

"Bahnhof zum Bummeln und Verweilen"

Das Schmuddelbild soll bald der Vergangenheit angehören. Am Montag war symbolischer Spatenstich zur Neugestaltung der in die Jahre gekommenen B-Ebene und der Nordhalle. Nach einem Countdown betätigten Al-Wazir, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Hessen, Klaus Vornhusen, und RMV-Geschäftsführer Knut Ringat einen Buzzer, anschließend wurden in einem Video die Geschichte und die Zukunft des Hauptbahnhofs gezeigt. Die B-Ebene solle künftig das Sicherheitsgefühl der Reisenden erhöhen, erklärte die Bahn.

Bahn, Bund, Stadt und Verkehrsgesellschaft Frankfurt investieren rund 375 Millionen Euro in die Runderneuerung der unteren Bahnhofsebene. Bahn-Vorstand Ronald Pofalla versprach "einen Bahnhof zum Bummeln und Verweilen". Ihm zufolge sollen 70 neue Geschäfte auf 10.000 Quadratmeter Fläche entstehen. Auch das Umsteigen zwischen Fernzügen und S-Bahnen soll einfacher werden.

Visualisierung des Neubaus der B-Ebene am Hauptbahnhof

Bahn-Reisende brauchen während der Bauarbeiten Geduld

Feldmann sagte, täglich verkehrten am Hauptbahnhof 1.800 Züge, es herrsche eine "permanente Rushhour". Er sprach von einer der größten baulichen Veränderungen seit der Eröffnung des Hauptbahnhofs im Jahr 1888.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Startschuss für Umbau der B-Ebene

Frankfurt Hauptbahnhof Umbau 134 B-Ebene mit Graffity
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Al-Wazir betonte: "Für die kommenden Jahre werden Bahn-Reisende allerdings erst einmal etwas mehr Geduld brauchen, so ist das mit großen Baustellen." Die Arbeiten in der B-Ebene sollen bis 2024 abgeschlossen sein. Im Anschluss soll dann der Vorplatz des Bahnhofs erneuert und freundlicher gestaltet werden.

Weitere riesige Bauarbeiten könnten folgen: Der Bund plant einen Fernbahntunnel, der den Kopf-Bahnhof unterirdisch aus dem Frankfurter Osten erreichen soll. Zuletzt waren dafür 3,5 Milliarden Euro angesetzt. Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie wurden für Anfang kommenden Jahres angekündigt.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 12.10.2020, 16.45 Uhr