Ausgebüxt und spurlos verschwunden: Sechs Kühe sind von einer Weide in Edertal entkommen und irren seit dem Wochenende durch Nordhessen. Die verzweifelte Landwirtin bittet um Hilfe beim Einfangen.

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Nachdem ein Bulle aus einer Schlachterei in Mühlheim (Offenbach) ausgebrochen war, verletzte das eine halbe Tonne schwere Rindvieh auf seiner Flucht einen Feuerwehrmann, störte den Bahnverkehr und schreckte 20 Pfadfinder auf, die genau in dem Wald unterwegs waren, wo er Zuflucht gesucht hatte. Ein Polizeisprecher beschrieb den Bullen als äußert aggressiv. Beamte erschossen das Tier letztlich. Das war Anfang September vergangenen Jahres.

Ähnliche Szenen dürften sich aktuell in Nordhessen nicht abspielen, auch wenn am Samstag im Edertaler Ortsteil Buhlen (Waldeck-Frankenberg) gleich sieben Rinder ausbüxten. Abhanden kamen sie der Landwirtin Petra Götte, als sie die Tiere von einer Weide auf eine andere bringen wollte. Sie seien "braun, hornlos und völlig ungefährlich - eher scheu", beschrieb sie am Montag in hr3 das vermisste Fleckvieh und bat um Hilfe bei der Suche.

In Vierer- und Zweiergruppe aufgeteilt

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Fleckviehrinder

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Landwirtin: "Braun, hornlos, völlig ungefährlich und eher scheu"

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Ein Rind sei ausgeschert und abgehauen, die anderen Tiere seien einfach hinterhergelaufen, berichtete die Landwirtin weiter, die eine völlig neue Seite an ihren Tieren kennen lernte. Bislang konnte erst eine Kuh wieder eingefangen werden, nämlich in Wolfhagen (Kassel). Die anderen seien zwar noch ein paar Mal gesichtet worden, jedoch weiter auf der Flucht, sagte Götte.

Erschwert werde das Einfangen der wilden Sechs dadurch, dass sie sich in zwei Gruppen aufteilten: "In eine Vierergruppe und eine Zweiergruppe." Zuletzt wurde der konsternierten Landwirtin gemeldet, dass die Viererbande im Raum Naumburg (Kassel gesichtet und kurz eingefangen worden sei, dann allerdings wieder durchgebrannt sei.

Kuhsichtungen der Polizei melden

Wer die freiheitsliebenden Tiere sieht, sollte das der Polizei melden, auch weil sie möglicherweise eine Gefahr für Autofahrer - und letztlich sich selbst - darstellen. Ob die Polizei nach den Rindviechern sucht, blieb am Montagmorgen trotz Nachfrage zunächst unklar. Auch ist zu bedenken, dass der Wald bei Naumburg recht groß und von Straßen nicht zerschnitten ist.

Wozu Kühe auf Freiheitstrip fähig sind, hat Elsa, ebenfalls ein braunes Fleckviehrind, vorgemacht. Sie ging bei einer Umladeaktion im Kreis Marburg-Biedenkopf verloren und wurde im September 2018 erst nach acht Monaten Flucht aufgespürt, als sie einem Landwirt in Niederlaasphe im nordrhein-westfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein als Fremdkörper auf seiner Wiese auffiel. 15-mal war die Polizei ihretwegen ausgerückt, dennoch gelang es Elsa, die Landesgrenze zu überqueren.

Sendung: hr3, morningshow, 24.06.2019, 6 Uhr