Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk bei einer Videokonferenz im September in Russland.

Besorgte Anrufer bei der Polizei, Nachfragen bei UFO-Forschern: Lichtpunkte am Nachthimmel irritieren auch in Hessen viele Beobachter. Dahinter steckt Tesla-Gründer Elon Musk. Der gelobt nun Besserung.

Besorgte Anwohner hätten am Telefon berichtet, sie hätten am Horizont Lichter gesehen, die wie eine Kette aneinandergereiht waren, berichtete Ende Dezember ein Sprecher der Polizei aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf.

Auch die Hotline ihrer Meldestelle stehe seit einigen Monaten an manchen Abenden nicht mehr still, sagte Hansjürgen Köhler vom Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (Cenap) in Mannheim. Die Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Berichte über Himmelsphänomene zu prüfen und setzt sich zum Beispiel kritisch mit Berichten über angebliche Ufo-Sichtungen auseinander.

Ängste vor Invasion von Außerirdischen

Die ungewöhnliche Lichterkette am Himmel ist für viele irritierend. "Die Mehrheit der Leute wisse nicht, was das ist", sagte Köhler. Es gebe teilweise bis zu 60 Anrufe. Dabei gebe es auch Ängste vor einer möglichen Invasion von Außerirdischen.

Die Sorgen sind unbegründet. Als Erklärung verweisen Experten auf ein Weltraumprojekt von Elon Musk, dem Gründer des US-amerikanischen Elektroauto-Bauers Tesla. Musk ist zudem Gründer und Haupteigentümer des privaten US-Raumfahrtunternehmes SpaceX.

60 Mini-Satelliten in Erdumlaufbahn

Am Montagabend schickte SpaceX vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida mit Hilfe einer Trägerrakete zum dritten Mal seit Mai 60 Mini-Satelliten in die Erdumlaufbahn. Sie kreisen zunächst in relativ niedriger Höhe von 290 Kilometern und sollen in den kommenden Monaten auf eine Umlaufbahn in 550 Kilometern gebracht werden.

Falcon 9’s third launch of 60 Starlink satellites

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Das weltumspannende Satelliten-Netzwerk "Starlink" soll auch an den entlegensten Orten der Welt schnelles Internet möglich machen. Damit sind nun knapp 180 der Satelliten in Stellung gebracht. In Zukunft könnten es bis zu 42.000 sein.

Dunkle Beschichtung gegen Lichtverschmutzung

"Die Satelliten sind nach dem Start relativ eng beieinander, sehr niedrig und deswegen sehr auffallend für gelegentliche Beobachter", erklärte Rainer Kresken von der Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim (Bergstraße). Die Satelliten werden durch die untergehende Sonne am Horizont angestrahlt.

Weltweit hatten sich bereits Astronomen darüber beschwert, dass die hell strahlende Satellitenkette ihre Beobachtungen des Sternenhimmels störten. SpaceX will diese kritisierte Lichtverschmutzung nun mit einer dunklen Beschichtung reduzieren.

Die 60 Mini-Satelliten, die am Montag ins All geschossen wurden, haben bereits solch eine dunkle Beschichtung.