Polizeiwagen vor einem Tempel in Luxor. In der ägyptischen Stadt soll der 18-jährige Gießener festgehalten werden.
Polizeiwagen vor einem Tempel in Luxor. In der ägyptischen Stadt soll der 18-jährige Gießener festgehalten werden. Bild © picture-alliance/dpa

Seit mehr als drei Wochen wird ein 18-Jähriger aus Gießen in Ägypten vermisst. Nun heißt es aus dem Auswärtigen Amt, er befinde sich in Gewahrsam der ägyptischen Behörden. Sein Vater nennt auf Facebook "Terrorverdacht" als Grund.

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Isa el-S. aus Gießen ist in Ägypten offenbar wegen Terrorverdachts in Haft. Das teilte sein Vater auf Facebook mit. Frei ins Deutsche übersetzt schreibt er: "Heute hat mich das deutsche Auswärtige Amt kontaktiert und mich informiert, dass mein Sohn, das 18 Jahre alte Kind, wegen Terrors angeklagt wurde." Weiter schreibt der Vater, dass sein Sohn das Haus nur verlasse, um in die Schule zu gehen, und keine Kontakte habe. "Er soll terroristisch geworden sein?"

Der 18-Jährige wurde offenbar verhaftet.
Der 18-Jährige wurde offenbar verhaftet. Bild © Screenshot hessenschau

Dem Post zufolge vermutet der Anwalt der Familie, dass eine Verwechslung mit einer anderen Person bestehe. Zuvor hatte der Radiosender FFH mit dem Vater gesprochen. Nach Angaben aus dem Auswärtigen Amt habe die Botschaft in Kairo die Rückmeldung erhalten, dass sich der 18-Jährige in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befinde. Zum Grund machte das Amt keine Angaben.

Auswärtiges Amt: "Botschaft bemüht sich intensiv"

Wie berichtet, wollte Isa el-S. am 17. Dezember von Frankfurt über Luxor nach Kairo reisen, um seinen Großvater zu besuchen. Dort kam er aber nie an. Der 18-Jährige besitzt die deutsche und die ägyptische Staatsbürgerschaft und wird damit in Ägypten als Ägypter behandelt. Vom Auswärtigen Amt heißt es, die deutsche Botschaft in Kairo bemühe sich "intensiv um konsularischen Zugang". Man stehe mit den ägyptischen Behörden und mit den Angehörigen des Betroffenen in Kontakt.

Bereits am Dienstag hatte das Auswärtige Amt bestätigt, dass ein 23 Jahre alter Mann aus Göttingen in Ägypten in Gewahrsam genommen worden war. Es habe bisher keinen Haftbesuch gegeben, sagte die Sprecherin. Den Angehörigen zufolge teilten ihnen Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes mit, die ägyptische Regierung plane die Abschiebung des 23-Jährigen nach Deutschland. Die beiden Fälle hängen offenbar nicht miteinander zusammen.

50.000 zeichnen Petition mit

Der Vater von Isa, Mohamed el-S., hat unterdessen auch auf der Plattform Change.org eine Petition gestartet, um Druck auf die Behörden aufzubauen. Bis Donnerstagmittag hatten mehr als 50.000 Menschen das Begehren unterschrieben.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 10.1.2019, 19.30 Uhr