Radfahrer stehend neben Auto.
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Ein Radfahrer wich dem Auto einer Frau aus, geriet auf unwegsames Gelände und stürzte. Das Auto war da längst wieder weg. Dennoch muss die Pkw-Fahrerin Schadenersatz zahlen. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt.

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt hat am Donnerstag eine Autofahrerin zu Schadenersatz nach einem berührungslosen Unfall mit einem Radfahrer verurteilt. Dieser Unfall sei entstanden, weil das Auto unterwegs war, begründete das Gericht am Donnerstag.

Im verhandelten Fall fuhr der Kläger mit seinem Fahrrad auf einem befestigten Feldweg bei Gelnhausen. Ein Auto kam ihm entgegen, so dass er auf den matschigen Seitenstreifen ausweichen musste. Auto und Radfahrer berührten sich nicht. Als der Radfahrer anschließend aber wieder auf den befestigten Weg fahren wollte, stürzte er und zog sich mehrere Verletzungen zu. Er wollte daraufhin die Heilbehandlungskosten und die Fahrradreparatur von der Autofahrerin erstattet haben. Außerdem verlangte er ein Schmerzensgeld von mindestens 10.000 Euro.

Fahrerin hat die Hälfte zu zahlen

Das Oberlandesgericht bestätigte die Entscheidung des Landgerichts Hanau, wonach die Autofahrerin die Hälfte des Schadens zu zahlen habe. Laut Gesetz würden durch den Betrieb des Autos alle durch den Kraftfahrzeugverkehr beeinflussten Schadensabläufe erfasst. Auch wenn die Gefahr einer Kollision vorüber gewesen sei, sei der anschließende Sturz der Betriebsgefahr des Wagens zuzurechnen. Der Ausweichvorgang sei durch die Fahrweise der Beklagten veranlasst worden.

Der Radfahrer habe die andere Häfte des Schadens zu tagen, weil er den Unfall mitverursacht habe. Er hätte nach Ansicht des Gerichts die Möglichkeit gehabt, sein Rad anzuhalten und das Auto passieren zu lassen. Das Urteil ist rechtsgültig (Az: 16 U 57/18).

Sendung: hr3, 28.03.2019, 13 Uhr