Audio

Mordanklage nach Autorennen zugelassen

Die Unfallstelle im Frankfurter Ostend

Ein SUV-Fahrer überfuhr im November 2020 in Frankfurt drei Menschen, zwei von ihnen starben. Jetzt hat das Landgericht die Mordanklage gegen den mutmaßlichen Raser zugelassen.

Nach einem Raser-Unfall mit zwei Toten hat das Landgericht Frankfurt die Mordanklage der Staatsanwaltschaft gegen einen 39 Jahre alten Autofahrer zugelassen. Wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte, muss sich der Mann vom 5. April an wegen zweifachen Mordes, gefährlicher Körperverletzung und eines verbotenen Autorennens vor dem Landgericht verantworten.

Er soll im November 2020 im Frankfurter Ostend mit seinem 625-PS-starken Fahrzeug an mehreren Ampeln stark beschleunigt haben. Laut Anklage soll er in seinem SUV das System ausgeschaltet haben, mit dem das Auto stabilisiert wird. Dadurch sei das Heck ausgebrochen, als er mit mehr als 80 Kilometern pro Stunde und durchgetretenem Gaspedal durch die Stadt raste. In einer Kurve in der Nähe der Europäischen Zentralbank habe er die Kontrolle über das Fahrzeug verloren.

Überlebende leidet unter Unfallfolgen

Der Wagen schleuderte ungebremst über die Fahrbahn und erfasste drei Menschen. Während ein 27 Jahre alter Fahrradfahrer und ein 61 Jahre alter Mann bei dem Unfall starben, erlitt eine 31 Jahre alte Frau schwere Verletzungen. Sie leidet seitdem massiv unter den körperlichen und psychischen Folgen.

Der mutmaßliche Täter soll laut Anklage mehrfach wegen Straßenverkehrsdelikten auffällig geworden sein und schon vier Mal an medizinisch-psychologischen Untersuchungen teilgenommen haben. Der SUV-Fahrer sprach im März 2021 bei einer Vernehmung von einem Unfall und sagte, der Mordvorwurf sei falsch.

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen