Justizia

Drei Automaten hatten sie in Osthessen gesprengt, einmal machten sie dicke Beute: Dafür hat das Landgericht Fulda drei Männer zu langjährigen Haftstrafen verurteit.

Mehr als eine Viertel Million Euro haben sie erbeutet, der von ihnen angerichtete Sachschaden war kaum geringer: Nach der Sprengung mehrerer Geldautomaten hat das Landgericht Fulda am Mittwoch drei Männer zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.

Nach Überzeugung des Gerichts haben sie sich der Herbeiführung von Sprengstoff-Explosionen, des Diebstahls sowie der Vorbereitung von Explosionen schuldig gemacht. In wechselnder Besetzung hätten sie Geldautomaten in Osthessen gesprengt und dabei rund 264.000 Euro erbeutet.

Dreimal versucht, einmal geklappt

Die beiden 46 und 40 Jahre alten Hauptangeklagten sollen sieben Jahre und drei Monate ins Gefängnis, der 42-Jährige wurde zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach einem mehrmonatigen Indizienprozess kam das Gericht zu dem Schluss, dass die Angeklagten für mehrere Taten verantwortlich sind:

  • In Nüsttal-Hofaschenbach (Fulda) sprengten sie laut Urteil am 23. Oktober 2017 einen Geldautomaten, wodurch rund 50.000 Euro Schaden entstand. Der mit 122.000 Euro befüllte Automat hielt der Explosion jedoch stand.
  • In Kalbach-Uttrichshausen (Landkreis Fulda) kamen die Täter bei einer Sprengung am 6. Dezember 2017 zu 264.200 Euro. Der Sachschaden: rund 44.000 Euro.
  • In Hohenroda-Mansbach (Hersfeld-Rotenburg) am 24. Februar 2018 belief sich der Schaden dann auf rund 50.000 Euro Schaden. Wie im ersten der drei Fälle erbeuteten die Täter aber auch diesmal kein Geld.

Bankenadressen im Navi

Die drei Angeklagten bestritten die Tatvorwürfe vor Gericht. Die Polizei hatte alllerdings DNA-Spuren gesichert und Handy-Daten analysiert. Kurz nach der Automatensprengung in Hofaschenbach war in Hofbieber im Landkreis Fulda ein Auto geblitzt worden.

Bei einer Polizeikontrolle stellten Beamte in einem Auto Klebeband, einen Elektroschocker, Hebelwerkzeug und eine Geldzählmaschine sicher. Im Navi waren 32 Adressen von Banken eingespeichert. Nach monatelanger Überwachung nahm die Polizei das Trio fest.

Alle schon vorbestraft

Der Richter unterstrich bei der Urteilsbegründung am Mittwoch die hohe kriminelle Energie der Angeklagten. Alle drei Männer sind vorbestraft und haben bereits Gefängnisstrafen abgesessen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger der beiden 46 und 42 Jahre alten Angeklagten haben bereits angekündigt, Revision einlegen zu wollen. Der Anwalt des 40-Jährigen will erst mit seinem Mandanten sprechen.

Sendung: YouFM, 23.12.2020, 17 Uhr