Nach dem Fund einer verwesten Babyleiche in einer Plastiktüte steht die Mutter des Kindes vor dem Landgericht Limburg. Die Staatsanwaltschaft wirft der heute 34-Jährigen vor, den Tod des Kindes zumindest billigend in Kauf genommen zu haben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Prozessauftakt in Limburg

Ein Justizbeamter vom Landgericht Limburg schließt die Tür zum Verhandlungsraum.
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Vor dem Landgericht Limburg hat am Dienstag der Prozess gegen eine Mutter begonnen, die die Leiche ihres neugeborenen Sohnes in eine Mülltüte gepackt und im Keller verstaut haben soll. Zu Beginn der Verhandlung kündigte die Verteidigung eine Aussage der Angeklagten für den nächsten Prozesstag an.

Was geschah nach der Geburt?

Die Richter müssen in dem Prozess klären, was genau nach der heimlichen Geburt 2015 in Runkel (Limburg-Weilburg) passiert ist. Die Ermittler konnten trotz gerichtsmedizinischer Untersuchungen nicht mehr klären, ob der kleine Junge tot oder lebendig zur Welt kam.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Schwangerschaft im Umfeld der Angeklagten unbemerkt geblieben war und sie das Kind heimlich in ihrer Badewanne zur Welt gebracht hatte. Die Angeklagte soll vermutet haben, dass das Kind tot geboren wurde. Denn der Junge soll nicht geschrien haben und blau angelaufen sein. Sie sei sich aber nicht sicher gewesen. Gleichwohl habe sie das Baby wieder ins Wasser zurückgleiten lassen und erst nach mehreren Minuten wieder herausgeholt.

Deswegen klagt die Staatsanwaltschaft die Frau wegen versuchten Totschlags und nicht wegen Totschlags an. Die Mutter habe den Tod des Kindes zumindest billigend in Kauf genommen. Der Junge war das vierte Kind der Frau.

Leiche bei Entrümplung gefunden

Im Februar 2018 fanden Dritte die verweste Babyleiche bei einer Kellerentrümplung. Das Landgericht plant insgesamt vier Prozesstage. Der Prozess wird am 21. Oktober fortgesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich im November fallen.

Sendung: hr-iNFO, 1.10.2019, 7 Uhr