Das Limburger Landgericht

Nach dem Fund einer Babyleiche in Runkel ist die angeklagte Mutter freigesprochen worden. Es konnte nicht widerlegt werden, dass das Kind bereits tot zur Welt kam. Die Leiche des Jungen wurde über zwei Jahre später in einer Plastiktüte entdeckt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Landgericht spricht Mutter frei

Ein Justizbeamter vom Landgericht Limburg schließt die Tür zum Verhandlungsraum.
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Eine 34 Jahre alte Frau ist vom Tatvorwurf der versuchten Kindstötung freigesprochen worden. Das teilte das Landgericht Limburg am Montag mit.

Der Frau war vorgeworfen worden, die Schwangerschaft zunächst verheimlicht und bei der anschließenden Wassergeburt den Tod des Kindes zumindest billigend in Kauf genommen zu haben, indem sie das Baby bewusst ins Wasser gleiten ließ. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass das Kind im Oktober 2015 in Runkel (Limburg-Weilburg) bereits tot zur Welt kam, lautete die Anklage auf versuchten Totschlag.

Nicht vernehmungsfähig

Die Angeklagte habe am Montag ausgesagt, dass der Junge bereits tot zur Welt gekommen sei, teilte das Gericht weiter mit. Dies habe nicht widerlegt werden können, trotz gerichtsmedizinischer Untersuchungen. Es sei heute nicht mehr zweifelsfrei nachzuweisen, ob das Kind je gelebt habe.

Die Schwurgerichtskammer stellte demnach zudem fest, dass die Frau zum Zeitpunkt ihrer Vernehmung durch die Polizei, bei der sie eine mehrdeutige Aussage gemacht habe, gar nicht vernehmungsfähig gewesen sei. Grund dafür war, dass sie vor der Vernehmung ein bewusstseinsbeeinträchtigendes Medikament eingenommen hatte.

Leiche beim Keller-Entrümpeln entdeckt

Die Babyleiche war im Februar 2018 beim Entrümpeln eines Kellers entdeckt worden. Sie steckte in einer Plastiktüte, die sich wiederum in einem Rucksack befand. Der Junge war das vierte Kind der Frau.

Sendung: hr1, 21.10.2019, 16.00 Uhr